Frühling findet auch hier statt….

Service Week 2018 – Las Pumas

Service Week, eine der meist erwarteten Wochen des Jahres. Dieses mal fand sie vom 19. bis 23. Februar statt. Fünf Tage irgendwo in Costa Rica, vollgepackt mit freiwilliger Arbeit, umgeben von Menschen mit denen man vielleicht noch kaum ein Wort gewechselt hat und doch so voller Lachen, interessanten Gesprächen und unvergesslichen Momenten.

Ich hatte mich dieses Jahr entschieden zu der Rettungsstation Las Pumas zu fahren. Die Hauptaufgabe dieser ist es wilde Tiere die aus den unterschiedlichsten Gründen dort hingebracht werden, sei es weil sie verletzt sind oder in Gefangenschaft gefunden wurden, wieder aufzupäppeln und dann wieder in der Wildnis auszusetzen. Dazu gibt es noch einen kleinen Bereich der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, dort befinden sich all die Tiere die in der Wildnis alleine nicht mehr überlebensfähig sind und somit ihr Leben in Ruhe in der Station genießen. Dieser Teil wird besonders für Bildungszwecke benutzt um die Menschen über die wilden Tiere aufzuklären aber besonders um ihnen nahezulegen, dass es eben wilde Tiere sind und diese nicht als Haustiere gehalten oder mit gehandelt werden dürfen.

Die Las Pumas Service Week fing schon vor den anderen am Samstag den 17. Februar an (war dementsprechend dann auch schon am Mittwoch vorbei). Meine Gruppe und ich, wir kamen nach dem Mittagessen dort an und nachdem wir unsere Zelte draußen aufgebaut hatten und uns etwas eingerichtet hatten, haben wir erst einmal eine Rundführung bekommen. Danach war es auch schon Zeit abendbrotessen zu gehen und somit wurde am ersten Tag noch nicht gearbeitet.

Der nächste Tag ging dann früh los denn um 7 mussten wir beim 2 Km entfernten Restaurant sein wo uns unser Frühstück erwartete. Nach einen schmackhaften Stärkung waren wir dann alle bereit unseren ersten Arbeitstag anzugehen. Es gab verschiedene Orte an denen unsere Hilfe vonnöten war, darum haben wir uns in kleinere aufgeteilt. Den Vormittag über habe ich damit verbracht kleine Spuren von einem Jaguar und einem Reh auf zwei Pfade zu malen um Besuchern den Weg zu dessen Gehegen zu zeigen. Eine andere Gruppe war damit beschäftigt Essen für die Tiere vorzubereiten und eine weitere damit Warn- und Hinweisschildern zu bemalen. Es war keine anstrengende Arbeit aber dennoch waren wir alle froh als es dann irgendwann Mittagessen gab. Nachmittags haben wir alle gemeinsam Zäune repariert, vom Rost befreit und neu angemalt. Gemeinsam kamen wir schnell voran sodass wir nach 2 Stunden dann auch Feierabend machen konnten. Erschöpft aber glücklich sind wir dann zu unseren Zelten zurückgegangen wo eine kleine Überraschung auf uns wartete. Eine unserer Lehrerinnen hatte einen kleinen aufblasbaren Plastikpool gekauft in dem wir uns dann nach der Arbeit in der Hitze abkühlen konnten. Ich hätte nie gedacht, dass so eine Kleinigkeit so himmlisch sein kann…

Abends saßen wir noch alle eine Weile zusammen und haben über alles Mögliche geredet, es war wirklich entspannend und sehr interessant. Irgendwann wurden wir dann allerdings unterbrochen denn eine kleine Äffin kam uns besuchen und würde uns auch in den nächsten Tagen nicht von der Seite weichen. Wir haben sie Penelope genannt XD.

Der nächste Tag startete genauso früh wie der vorherige, bloß das wir nun nach dem ersten Arbeitstag die beanspruchten Muskeln merkten… Aber gut, beschweren half auch nicht. Nach dem Frühstück teilten wir uns wieder in Gruppen auf, da meine Gruppe mit ihrer Aufgabe vom Vortag fertig war, bekamen wir eine neue. Auf der Zufahrtstraße zur Rettungsstation befanden sich Stromleitungen und wir sollten die Pfeiler bis zu einer gewissen Höhe gelb anmalen. An sich war dies keine schwere Arbeit, leider waren wir alle zu klein um bis nach oben zukommen und mussten dadurch neben all den Farbtöpfen, Pinseln, Abklebeband und Verdünnungsmittel auch noch zwei Leitern mitschleppen (und auch wieder zurück…). Schatten gab es in diesem Bereich auch nicht sodass wir alle bis zum Ende des Tages braun gebrannt waren und komplett am Ende. Wir hatten echt unseren Spaß, haben beim Lachen aber iwi dann noch mehr Energie verbraucht.

Abends haben wir alle gemeinsam in der Küche gesessen und gaaaanz viel geredet. Gleichzeitig hat Sofia aus Costa Rica uns gezeigt wie man richtige Empanadas macht über die wir dann am Ende auch alle heißhungrig drüber hergefallen sind.

Der Dienstag war dann unser letzter Arbeitstag und der fing gleich ziemlich früh, ziemlich laut an. Als ich aus meinem Zelt stieg fand ich mich gleich Angesicht zu Angesicht mit 8 Gelbbnackenamazonen (eine grüne Papageienart) wieder, die natürlich auch für all den Lärm verantwortlich waren. Wie wir später erfuhren, hätten wir diese einfangen sollen, denn sie waren von Penelope, unserer kleinen Äffin, freigelassen worden als diese es irgendwie geschafft hatte deren Käfig zu öffnen.

Den Tag verbrachten wir damit die restlichen Zäune zu reparieren und zu bemalen, einige Steine bunt anzumalen um damit Markierungen zu legen und die letzten Hinweisschilder fertigzustellen. An sich, war dieser Tag sehr entspannt und wir waren dann auch schon relativ früh fertig, sodass wir dann den Rest des Nachmittags frei hatten. Diesen haben wir dann allerdings größtenteils verschlafen, als uns alle die Erschöpfung und der Schlafmangel der letzten Tage eingeholt hat. Abends mussten wir schon die ersten Sachen zusammenpacken damit dann am nächsten Morgen alles schnell gehen würde.

Auch wenn es der Abreisetag war, wir mussten genauso früh wie in den letzten Tagen aufstehen. Nach dem Frühstück wurden schnell die Zelte abgebaut, das Wasser aus dem Pool gelassen, das Wohnhaus geputzt und sich von Penelope verabschiedet, denn der Schulbus wartete schon um uns wieder zurück zum Campus zu bringen. Dieses erreichten wir auch kurz nach Mittag, nachdem wir noch einen kleinen Stopp zum Eis essen eingelegt hatten.

Da wir die einzige Gruppe waren die schon früher gefahren war und darum auch schon früher wieder da war, war der Campus leer und suuuuper ruhig. Diese 2 Tage bevor alle anderen wieder da waren haben wir uns dann genommen um uns zu entspannen und einfach mal die etwas mehr Privatsphäre und Ruhe in vollen Zügen genießen zu können.

Ich habe meine Service Week wirklich genossen, auch wenn es nicht immer einfach war und auch oft sehr anstrengend. Trotzdem war es eine wundervolle Gelegenheit um den Campus zu verlassen, mal etwas anderes zu machen und wirklich dasGefühl zu haben, man hilft jemandem, dass die freiwillige Arbeit die man macht einem Zweck dient.

Lunar New Year 2018 – Jahr des Hundes

Vor etwa einem Monta (ja ich weiß, ich bin spät dran), am 16. Februar war Lunar New Year, welches in vielen asiatischen Ländern gefeiert wird. Dieses jahr bedeutete es das Ende das Jahres des Hahns und Beginn des Jahres des Hundes. Natürlich war es schwierig für all diejenigen die diesen tag feiern soweit weg von Zuhause zu sein, trotzdem haben sich viele zusammengetan um gemeinsam zu feiern und die Familie zu ersetzen. Auch ich bin zu einer kleinen gruppe eingeladen worden um dass ganze mal zu erleben, mitzumachen und um einfach Spaß zu haben.

Es war ein wundervoller Abend, mit unglaublich gutem Essen, viel Lachen, interessanten Gesprächen und gaaaanz vielen neuen Eindrücken für mich. Es gab selbstgemachte Frühlingsrollen, Phở (eine typische vietnamesische Suppe), Pizza von mir (ich wollte auch was beitragen, konnte aber irgendwie nichts asiatisches zaubern), Matcha Bonbons, Bananen und Dorian Chips, getrocknete Kokosnuss und vieeeeeles mehr. Alles endete damit, dass Nhat (Vietnam) unser ‚Gastgeber‘ uns allen einen roten Umschlag überreichte, auch mir, in dem ein symbolische 1 Dollar Schein steckte. Jedes jahr zum Lunar New Ywear bekommen die Jüngeren von den Älteren einen solchen roten Umschlag mit Geld und natürlich durfte diese wichtigste Tradition nicht fehlen um die Feierlichkeit komplett zu machen.

Ich glaube ich hätte niemals die Möglichkeit gehabt Lunar New Year richtig zu erleben, geschweige denn mitzufeiern, wäre ich nicht ans UWC gekommen, wo einfach jeder seine Kultur, Feiertage, Traditionen und Werte mitbringt um sie mit anderen zu teilen. Für mich war es etwas wundervolles dabei zu sein und war einfach nochmal die Bestätigung dafür, dass ich hier genau richtig bin….

Eine kleine Auszeit – The Hot Springs

Das IB kann echt schwer und, besonders, viel werden. Alles häuft sich an und schlägt auf einmal zu, egal wie sehr man sich anstrengt, wie hart man arbeitet oder wie gut das eigene Time-Management ist. Zwischen schlaflosen Nächten, Stress und einer Erschöpfung, geistlich wie auch körperlich, wie ich sie noch nie erlebt habe, ist es ungemein wichtig, dass man selber erkennt wo die Grenze ist. Ich habe meine gefunden und entschieden, dass ich eine kleine Auszeit brauche. Ja, soweit diese Auszeit vorbei ist, wäre ich wieder in der Realität, wieder zurück zu Schlafmangel und unfertiger Arbeit, aber dann, mit neuer Energie, ohne angestaute Anspannung und einfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Dieses simple Lächeln, dass für Wochen verschollen schien, habe ich wieder gefunden, als ich den Mut und die Kraft aufgebracht habe einfach alles stehen und liegen zu lassen und wegzufahren. Ich bin nicht weit gefahren, und auch bin ich nicht alleine gefahren. Ich hatte die richtigen Leute gefunden die genauso wie ich an ihrer Grenze waren und einfach weg mussten, und wenn es nur für eine Nacht war.

An einem Samstag Mittefebruar haben wir dann alle unsere Rucksäcke gepackt und sind aus dem Tor marschiert. Mit jedem Schritt den wir uns weiter entfernt haben wurde das Gewicht auf unseren Schultern, welches uns die letzten Tage zu erdrücken gedroht hatte leichter bis es irgendwann gänzlich zurückgelassen war.

Wir hatten uns entschieden nach La Fortuna, zu dem Vulkan El Arenal zu fahren und dort eine der vielen heißen Quellen zu besuchen. Wir hatten durch Zufall erfahren, dass es dort noch eine natürliche Quelle im Dschungel gibt, nur einen kurzen Fußmarsch runter von der Straße, die noch umsonst zu genießen ist.

Die Quellen in La Fortuna werden alle von dem noch immer aktiven Vulkan gespeist. Ich war noch nie an irgendwelchen heißen Quellen, umso aufgeregter war ich als wir dann endlich dort ankamen. Ich konnte nicht glaube, dass das Wasser super warm sein sollte aber als ich dann schon von weitem den Wasserdampf sehen konnte, musste ich es einfach glauben. Die Quelle war ein einfacher kleiner Fluss der mitten durch den Costa Ricanischen Dschungel läuft, super idyllisch und meeeega warm.

Als ich meinen Fuß ins Wasser setzte habe ich sofort eine Gänsehaut bekommen. Es war nicht heiß und doch nah dran. Es war einfach perfekt. Das dunkle Flussbett aus Vulkangestein hat sich durch das Saftgrün des Urwalds gegraben und einen kleinen vollkommenen Ort geschaffen, der mir das gegeben hat, was ich all die Zeit nicht hatte. Ruhe.

Wie sind solange geblieben wie wir konnten, heißt, bis es dunkel wurde. Nachdem wir dann alle zurück in unserem kleinen Hostel schnell geduscht hatten, sind wir Abendessen gegangen, günstig aber nett. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht, geredet und einfach für einen Moment alles andere vergessen. Dieses Wochenende, wenn auch kurz, war genau die Auszeit die ich gebraucht habe. Es hat mir geholfen, nicht nur mein Lächeln wieder zu finden, sondern mich daran erinnert weshalb ich eigentlich hier bin. Ich bin nicht der Schule wegen hier (naja, zum Teil schon), sondern wegen alldem was darüber hinausgeht. Wegen der Freundschaft, des Spaßes und der unglaublichen Erfahrung.

The Windmills – Freundschaft, Sonnenuntergang und Kuchen

Am Freitag den 2. Februar war der 18. Geburtstag meiner Roomate Aseeya (Guyana). Natürlich mussten wir diesen besonderen Tag irgendwie groß und möglichst außergewöhnlich feiern, denn wer lässt schon das übergehen ins Erwachsenenalter einfach so an sich vorbei ziehen?

Wir waren uns ziemlich schnell einig, dass unsere so ziemlich einzige Option der Sonnenuntergang anzugucken war. Leider befinden wir uns genau in der Mitte des Landes, am Strand Sonnenuntergang angucken viel damit also weg, aber da Costa Rica ja ein ach so raues Land ist, gibt es jeden Menge hoher Berge und genau so einer befindet sich zum Glück direkt vor unserer Nase; man muss nur geradeaus aus der Schule rauslaufen.

Zu fünft machten wir uns dann also auf den Weg. Der Berg ist zu hoch uns steil um da einfach so hochzulaufen, aber es gibt zum Glück eine Straße die die meisten Autos auch hochkommen. Nachdem wir zuerst noch einen kleinen Abstecher zu Pali gemacht hatten um einige Getränke und etwas zu naschen zu kaufen, sind wir dann mit Decken, Kuchen und vor Aufregung glitzernden Augen in ein Uber gestiegen.

Es ging immer weiter Bergauf und wir haben jedes mal aufgeatmet wenn wir ein besonders steiles Stück geschafft hatten, denn der Fahrer hatte uns schon zu Anfang gesagt, dass er nicht sicher ist ob er es bis ganz nach oben schafft mit dem Auto. Wir hatten aber Glück und wir schafften es innerhalb von 20 Minuten bis nach ganz oben, wo auch schon andere Menschen gespannt auf den Sonnenuntergang warteten.

Oben auf dem Bergkamm stehen Windräder und dies machte auch unglaublich viel Sinn, denn es pfiff ein eisiger Wind und wir waren alle unglaublich froh für unsere Schals, Decken und Pullover. Von einer Seite des Bergkamms konnte man Santa Ana und weiterhinten auch San Jose überblicken, während auf der anderen Seite man einen wunderschönen Blick auf Berghänge und ganz hinten sogar den Pazifik hatte. Es war wirklich atemberaubend.

Wir haben unglaublich viele Fotos gemacht und hatten suuuper viel Spaß dort oben. Als dann der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs da war, haben wir uns alle zusammengekuschelt, Kuchen gegessen und einfach nur noch gestaunt. Es war einer der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen habe und definitiv einer der besondersten Abenden hier in Costa Rica.  Ich werde ihn nie vergessen und hoffe, dass wir dies eines Tages mal wiederholen können. Die richtigen Leute, der richtige Ort und Kuchen… Das nenn’ ich LEBEN!!

UWC Costa Rica Sports & Cultural Festival 2018

Ich bin eine von vier Organisatorinnen des UWC Costa Rica Sport- und Kulturfestival 2018. Es ist keine einfache Aufgabe und definitiv eine Herausforderung und doch haben wir gemeinsam unglaublich viel Spaß daran dieses große Event zu planen und es nach und nach entstehen zu sehen. Dieses Festival ist dazu gedacht Menschen aus dem ganzen Land zusammen zu bringen, vor allem Schüler aus verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen. Es bietet einen Raum, wo jeder die UWC-Mission für einen Nachmittag erleben kann. Als UWC sind wir das Beispiel dafür, dass ein Zusammenleben in Toleranz, mit verschiedenen Nationen und Kulturen, für eine bessere Zukunft, möglich ist. Unser Ziel ist es, die mangelnde Interaktion zwischen Menschen mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen zu überwinden, mit denen Costa Rica täglich konfrontiert ist.

Was die Organisations des Festivals nun aber zur ultimativen Herausforderung macht ist unser leider sehr begrenztes Budget. Wir brauchen mindestens $ 2.000 mehr, um sicherzustellen, dass jeder Besucher das echte UWC-Erlebnis mit all seinen wundervollen, aufregenden und vielfältigen Seiten erleben kann. Wir werden unter anderem ein Fußballturnier, verschiedene Tanzaufführungen, eine kulturelle Modeschau und ein Holi haben. Die begrenzte Zeit und auch die Kuchenverkäufe reichen nicht aus, um unser Ziel zu erreichen. Keine andere Schule in Costa Rica kann all den verschiedenen Menschen hier einen Raum bieten, an dem man einfach zusammen zu sein und den Unterschied feiern kann.

Wir haben eine Spendenaktion gestartet und möchten all diejenigen erreichen, die an dasselbe glauben wie wir und bitten daher freundlich um eine kleine Spende. Wir wollen, dass der Funken des Bewusstseins, den wir in unserem täglichen Leben leben, sich ausbreiten und schließlich entzünden kann, denn nur dann werden wir wirklich etwas bewirken können. Das UWC Festival ist der Ort, an dem wir zusammen sein können, öffentliche und private Schulen, Schwarz und Weiß, Muslime und Christen, und schließlich unsere Unterschiede vergessen können, da wir stattdessen jedem Besucher zeigen, wie man diese feiert. Die UWC-Mission ist nicht nur eine Mission, sie ist eine Art zu leben, zu denken und zu glauben. UWC macht Menschen offen, tolerant, fürsorglich, nachdenklich und vor allem nach einer besseren Zukunft suchend. Wer auch immer, egal wie kurz, zum UWC Costa Rica Festival kommt, wird immer einen Teil davon mit sich tragen und verbreiten, bis wir alle glauben, dass Gleichheit, Wahrheit und Freiheit Dinge sind, für die es sich zu kämpfen lohnt…

Bitte helft uns unser Ziel zu erreichen und somit der Gleichheit in Costa Rica einen Schritt näher zu kommen. Teilt den link. Spendet, macht andere darauf aufmerksam und drückt uns Daumen!! ♥

Liebe geht halt doch durch den Magen….

♥ Blind Date ♥

Dieses Schuljahr etwas später als letztes, aber dafür dann noch schöner. Am Freitag den 26. Januar war es so weit und die alljährlichen Blind Dates, zwischen Secondyears und Firstyears, haben stattgefunden.

Es war eine ganz andere Erfahrung dies nun von der anderen Seite, als Secondyear, zu sehen und zu erleben. Anfang der Woche hatten wir unsere Firstyears zugeteilt bekommen, in meinem Fall Carolina aus Costa Rica und Hanyun aus China. Kein Firstyear wusste wer sein Date sein würde, stattdessen war es unsere Aufgabe unsere Dates mit kleinen Überraschungen, Geschenken, Liebesbriefen oder Ähnlichem zu überraschen und sie auf einen unvergesslichen Freitagabend vorzubereiten.

Ich habe mich mit Bea (Thailand) zusammengetan. Ihr Blind Date war Emma aus den USA/ Vereinigten Arabischen Emiraten und gemeinsam haben wir dann El Coco’s Wohnzimmer hergerichtet, einen Kuchen gebacken, Chips und Getränke gekauft und Kerzen angezündet. Einen Tag zuvor hatten wir unseren Dates schon bescheid gegeben wo sie wann auf uns warten sollten und was sie zu tragen hätten. Zu dem Zeitpunkt wusste noch keiner von ihnen wer wir waren und es war wirklich nicht einfach ruhig und unauffällig zu bleiben wenn man sich dann mal irgendwo zufällig getroffen hat.

Naja, auf jeden Fall, als dann am Abend alles hergerichtet war, die Kerzen an waren und wir ordentlich gekleidet, haben wir uns auf den Weg gemacht unsere Blind Dates abzuholen. Es war unglaublich ihre überraschten Gesichter zu sehen aber auch die Freude als sie erkannten das wir es waren und sie sicher sein konnten, dass der Abend nicht zu schlimm werden würde.

Gemeinsam sind wir dann zur Mensa gelaufen, wo es zur Feier des Tages Spaghetti mit verschiedenen Soßen, unterschiedliche Salate und Kräuterbaguette gab. Als jeder sein Essen hatte ging es dann auf zu El Coco wo unser schön gedeckter Tisch wartete. Wir haben lange zusammengesessen und über alles Mögliche geredet, wirklich, über Gott und die Welt, Trump und den Mathelehrer.

Irgendwann wurde der Kuchen angeschnitten und auch wenn wir alle schon satt waren, hat sich jeder noch ein Stück genommen. Der Abend war wirklich unglaublich und wir hatten viel Spaß zusammen. Es war vielleicht kein Standard-Date, dafür war es aber umso schöner, lustiger und einfach nur ausgelassen. Zu schnell war er dann leider wieder vorbei…

Pool Day mit der Residence

Am Sonntag den 21.01. hatten wir unser ertses Residence Outing des Jahres. Es war nichts Großes, nur eine kleine Auszeit von der Schule und ein Tag um einfach was zusammen zu unternehmen. Wir sind gemeinsam zu Mauricios (der Schulleiter) Eltern gefahren, diese haben ein riiiiiesen Haus, mit einem Pool, wo wir dann den Vormittag verbringen konnten. Dazu haben wir noch usneren Chefkoch aus der Küche entführt und bestochen damit er uns Crêpes macht und damit war der Tag dann wirklich komplett.

Leider war das Wetter nicht suuuuper gut und es war die meiste Zeit grau, aber es hat nicht geregnet und das war dann auch die Hauptsache. Insgesamt war es wirklich ein schöner Tag, trotz der Arbeit die ich mitnehmen musste und nicht einfach ignorieren konnte… Wir hatten viel Spaß zusammen und wunderbares essen XD. Es hat sich wirklich gelohnt dieses Outing zu machen und hat uns als Residence, Firstyears und Secondyears, noch enger zusammengebracht.

December Break – Meine Familie in Costa Rica

Erst vergeht sie wie im Flug, man sucht sie überall und kann sie doch nicht finden. Man verzweifelt, ist gestresst und überlegt was man nun machen soll. Und dann, auf einmal, wird sie gaaanz langsam, zähflüssig. Es ist, als wollte sie einen ärgern, Zeit, dieses Miststück.

Die letzte Schulwoche fühlte sich an wie 10. Der Zeiger hüpfte zwei vor und einen wieder zurück und kam dem Ende jeden Tages wirklich nur kriechend näher. Die ersten flogen schon Mittwoch Richtung Heimat. Koffer wurden gepackt, strahlende Gesichter verabschiedeten sich von weniger strahlenden Gesichtern und am Ende war keiner am Sonntag mehr da.

Meine Ferien fingen dunkel an und in dieser Dunkelheit habe ich es zu schätzen gelernt im 21. Jahrhundert zu leben, nicht in Armut und mit Technologie. Zwei ein halb tagelang bin ich mit dem Sonnenaufgang aufgestanden und mit dem Sonnenuntergang wieder ins Bett und auch wenn ich es nicht glauben wollte, auf einmal schien der Zeiger auf der Uhr nur noch auf der Stelle zu hüpfen. Der Stromausfall kam plötzlich genauso wie die starken, kalten Winde die ihn verursacht hatten. Es war eine neue Erfahrung, mit einer Kerze ins Bad zu gehen, auf einmal vor meiner eigenen Residence Angst zu haben und die Hand nicht mehr vor Augen sehen zu können, um so froher war ich als auf einmal das Licht, das WLAN und der Herd wieder gingen.

Schließlich waren es nur noch zwei Tage und die Aufregung wuchs immer weiter. Ich traf die letzten Vorbereitungen, arbeitete wie verrückt und wartete einfach nur. Dann, Freitag früh kam die Nachricht: Wir sind gelandet!! Schnell machte ich mich fertig, holte frühstuck und dann waren sie auch schon hier. Meine Familie war hier in Costa Rica, zwischen Karibik und Pazifik, in meiner Schule!! Mein Herz hat einen riesen Satz gemacht als ich sie endlich wieder gesehen habe. Zusammen haben wir dann gefrühstückt, meine Sachen zusammen gepackt, eine Schulführung gemacht und am Ende noch eine kleine Santa Ana Führung, bevor wir dann zusammen ins Hotel nach San José gefahren sind. Ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln, so glücklich war ich.

Wir sind 2 Nächte in San José geblieben, haben dort eine Stadttour am Samstag und natürlich den Fruchtmarkt am Sonntag gemacht, man kann ja nicht hier gewesen sein ohne den Fruchtmarkt gesehen und Guanábanasaft probiert zu haben. Unser nächstes Ziel war dann El Arenal. Ein großer Vulkan nördlich von San José, an einem großen See gelegen und von Dschungel umgeben. In den drei vollen Tagen die wir dort waren, haben wir einen Hängebrückenpark und ein kleines Reservat wo man gaaanz viele Tiere du besonders Vögel in freier Wildbahn sehen konnte (dort haben wir dann auch das erste Faultier gesehen) besucht. Es war wunderschön und auch wenn wir den Vulkan nie ganz sehen konnten, da immer einige Wolken an dessen Spitze hängen blieben, war er beeindruckend.

Unser nächster Stopp war San Miguel, nahe dem Vulkan Poas, den man nun aber leider nicht mehr besuchen konnte, da er in letzter Zeit öfters ausgebrochen ist und noch immer die Gefahr bestand, dass er dies wieder tun würde. Trotzdem hat uns dies nicht davon abgehalten die Gegend zu erkunden. Wir waren nur einen vollen Tag dort, so als Pause auf dem Weg nach Cahuita an der Karibik. Dieser Tag hat uns aber gereicht um die ‘Friedens Wasserfälle‘ zu besuchen, die zwar sehr touristisch aber wunderschön sind. Dort gab es auch ein Schmetterlingshaus, eine Abteilung mit geretteten Faultieren, Reptilien, Fröschen und Wildkatzen, wie Pumas, und ein Haus in dem das Leben der Costa Ricanischen Ureinwohner nachgestellt ist. Das war es auf jeden Fall wert zu sehen.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los in Richtung Cahuita, ein Nationalpark an der Karibik. Dort wartete unser längster Aufenthalt und natürlich Weihnachten auf uns. Leider war das Meer ziemlich aufgewühlt, was allerdings an der Jahreszeit lag, sodass es nicht so schön anzusehen war wie sonst. Soweit man allerdings ein Stück in den Park hineinlief wurde es ruhiger und man konnte das klare Wasser und die Natur bestaunen. Zum Schnorcheln hat es dann aber doch nicht gereicht.

An einem Tag sind wir nach Puerto Viejo gefahren, das Jamaika von Costa Rica. Der Ort ist super bunt, überall ertönt Musik und es war echt genauso wie ich mir Jamaika vorstelle. An userem letzten Abend sind wir dann dort essen gewesen und haben ein wunderschönes Restaurant, mit Live Musik direkt am Meer gefunden. Es war wirklich unglaublich.

Unser nächster Stopp war in Monteverde, im Nebelwald. Auch hier waren wir nur einen vollen Tag an dem wir dann aber einen Park besucht haben in dem wir etwas wandern waren. Es war ziemlich kühl und im wahrsten Sinne des Wortes ein Nebelwald, alles war feucht und voller Moos und etwas was wir so noch nicht gesehen hatten in Costa Rica.

Als letzter Aufenthalt, über Silvester, hatten wir uns für Montezuma entschieden, ein kleiner Ort am Pazifik. Unser Hotel lag direkt am Meer und wenn wir rausgegangen sind, standen wir praktisch aufm Strand. An einem Tag haben wir eine Tagestour zur ‘Isla Tortuga‘ gemacht. Die Boote fuhren direkt vor unserem Hotel ab und nach 45 Minuten fahrt waren wir auch schon da. Bevor wir allerdings zu der Hauptinsel gefahren sind, haben wir an einigen Felsen Halt gemacht wo wir für etwa ein ein halb Stunden schnorcheln konnten.  Wir haben viele verschiedene bunte Fische gesehen und sogar einen Kugelfisch. Es war wirklich unglaublich und ich war unendlich froh, dass wir doch noch schnorcheln konnten. Danach ging es dann zu Haupinsel wo unser Mittagessen und zwei Stunden Sonne, Strand und Meer schon auf uns warteten. Nachmittags um 4 Uhr waren wir dann erschöpft aber seeehr zufrieden wieder zurück in Montezuma.

Zu unserer Überraschung sollte unser Abenteuer an dem Tag aber noch nicht vorüber sein, denn um 5 Uhr sollten am Nachbarsstrand Babyschildkröten aus einer Rettungsstation freigelassen werden. Etwas was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Wir kamen genau zur rechten Zeit dort an, denn Die Schildkröten schlüpften gerade und wurden aus den Sandlöchern befreit. Nachdem sie gezählt und dokumentiert worden waren sind wir alle runter zum Wasser gelaufen und die Kleinen wurden freigelassen und machten sich auf den Weg in die weiten Tiefen des Ozeans. Es war wirklich ein wunderschöner Anblick und Abschluss des Tages.

Anden anderen Tagen in Montezuma sind wir etwas durch die Gegend gefahren, haben an unterschiedlichen Stellen Halt gemacht und haben dann am schönsten Strand den wir gefunden haben angehalten um ein bisschen baden zu gehen.

Am Mittwoch, den 3. Januar, sind wir dann wieder zurück gefahren. Es war unser letzter gemeinsamer Tag und entsprechend war die Stimmung etwas gedrückt. Wir haben die Fähre genommen um noch einmal etwas anderes vom Land zu sehen, waren dann aber doch relativ schnell wieder in San Jose… Nachdem wir alle Koffer bis auf meinen im Hotel abgeliefert hatten, sind wir zur Schule gefahren um auch meine Sachen abzuliefern. Zu schnell war es Abend und wir sind noch ein letztes Mal gemeinsam essen gegangen. Der Gedanke an den bevorstehenden Abschied hat all unsere Blicke getrübt. Es war unglaublich hart, diesmal nicht diejenige zu sein die geht, sondern die, die bleibt. Es war ein letztes ‘Tschüss, ich hab euch lieb‘, eine letzte Umarmung, ein letzter Blick und dann waren sie weg, in der Dunkelheit verschwunden.

Es war hart aber die Zeit die wir hier zusammen erlebt haben, hat alles in den Schatten gestellt und noch lange werden wir daran denken und davon erzählen. Weihnachten und Silvester sind an mir vorbeigerasucht ohne, dass ich es wirklich gemerkt habe, aber es war mir egal, denn ich war hier zusammen mit meiner Familie, und das ist es was zählt…