19 Jahre und noch keine Falten XD

Dieses Jahr hatte ich wieder hier in Costa Rica Geburtstag (kommt halt davon wenn man im April geboren ist…). Leider war es, mal abgesehen davon das es die vorletzte war, eine ganz normale Schulwoche, ich hatte noch ein paar anstehende Klausuren und konnte eigentlich keinen wirklichen Unterschied zu jedem anderen Tag feststellen. Naja, dachte ich jedenfalls.

Um Mitternacht wurde es auf einmal Laut auf dem Flur und auf einmal wart es laut in meinem Zimmer. Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen gemischt mit Kernzenduft umschmeichelte meine Nase und ich drängte mich dazu meine schon schlafenden Augen zu öffnen. Und da standen sie, meine Lieblingsmenschen hier und sangen mir ein Geburtstagslied. Ich war super glücklich und nach einem ordentlichen Stück Kuchen dann auch völlig gesättet und bereit in den Tag zu starten (naja, erstmal schlafen aber dann…).

Nachmittags wollte ich unbedingt zu einem Hügel 10 Minuten von der Schule gehen von wo aus man Santa Ana überblicken kann und dann auch den Sonnenuntergang sehen kann, leider hat das Wetter aber nicht mitgespielt und damit viel das Ganze leider wortwörtlich ins Wasser. Wir haben es oft aufgeschoben aber immer hat die Regenzeit uns einen Strich durch die Rechnung gemacht bis vor ein paar Wochen. Ende April hat es doch geklappt und innerhalb von 5 Minuten hatten wir uns entschieden und waren losgelaufen. Leider konnte nicht jeder mitkommen den ich dabei haben wollte, wir waren aber trotzdem eine tolle kleine Gruppe und hatten viel Spaß. Für einen Moment waren wir bloß wir, es gab keine Anstehenden Abschlussprüfungen, Stress von den Unis, Lernmarathone oder sonst irgendwas, bloß wir, strahlende Augen und Lachen.

Semana Santa in La Fortuna

Ostern. Ich weiß, ist schon ne Weile her, aber die Zeit rennt pausenlos. Ostern war dieses Jahr relativ früh und hat damit uns noch einmal eine schöne Auszeit beschert bevor es wenige Wochen später dann in die Klausurenphase gehen sollte. Zusammen mit meinen besten Freunden haben wir ein Haus in La Fortuna, am Fuße des Vulkans El Arenal, gemietet. Wir alle wollten unbedingt noch einmal Seilbahn durch den Dschungel fahren bevor wir dieses wunderbare Land wieder verlassen müssen und welcher Ort ist da besser geeignet als der Park mit der längsten Seilbahn?

Am Samstag den, 24. März, ging es früh los für uns in Richtung Bushaltestelle. Leider wart es so extrem voll das obwohl wir schon viel zu früh da waren, wir keine Tickets mehr für den Bus bekommen haben den wir eigentlich nehmen wollten. Wir mussten dann also drei ein halb Stunden auf den nächsten warten und sind dann erst nach einer anstrengenden Reise am späten Nachmittag in La Fortuna angekommen. Unser Gastwirt hat uns sofort super lieb empfangen und zu unserem Haus gebracht, welches super gelegen und für unsere Zwecke wie gemacht war. An dem Abend hatten wir nicht mehr viel vor, wir waren alle kaputt und somit haben wir nur schnell unsere Einkäufe erledigt, den Kühlschrank gefüllt und dann gemeinsam Abendbrot gekocht.

Am selben Abend noch habe ich versucht Tickets für die Seilbahn zu reservieren, aber auch da hatten wir kein Glück und es waren nur noch Plätze frei an dem Morgen des Tages wo wir abreisen wollten. Da wir dies aber unbedingt machen wollten haben wir diese Tickets dann reserviert und sind dann alle erstmal müde in unsere Betten gefallen.

Am nächsten Morgen hatten wir nichts vor und sind darum den Ort etwas erkunden gegangen. Es war ziemlich bewölkt, da wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag nichts tun wollten entschlossen wir uns den Nachmittag an einem Fluss zu verbringen der von der Hitze des Vulkans gespeist ist und somit eine natürliche heiße Quelle darstellte. Es war ein sehr schöner und entspannter Nachmittag an denen nun wirklich das Urlaubsgefühl einstellte und der Stress der letzten Tage und Wochen abfiel.

Zufällig war unser Haus gegenüber einem Fahrradvermieter und weil wir neugierig waren fragten wir nach was sie für Touren anboten. So fanden wir heraus dass sie nicht nur Fahrradtouren anbieten sondern auch Reittouren. Da die anderen noch nie geritten sind und der Preis echt super war entschieden wir uns die Tour für den nächsten Tag zu buchen. Ich glaube ich habe wie ein Honigkuchenpferd den Rest des Tages gestrahlt XD

Besagter Tag startete ganz entspannt für uns, denn der Ausflug sollte erst am Nachmittag beginnen. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter den die Sonne kam raus und der Himmel erstrahlte Wolkenlos über uns. Zum ersten mal konnte ich den Vulkan in seiner ganzen Pracht sehen und alleine dadurch hatte sich für mich diese dritte Reise zu Arenal schon gelohnt gehabt.

Nach dem Mittagessen wurden wir bei dem Fahrradladen abgeholt und zum Reitstall gebracht wo schon 5 wunderschöne Pferde auf uns warteten. Unser Guide war super liebt und wir waren bei ihm in besten Händen. Es war sehr lustig für mich die zunächst ängstlichen Gesichter meiner Freunde zu beobachten aber mit der Zeit fühlten auch sie sich immer wohler und wirklich jeder hatte seinen Spaß. Zuerst ritten wir durch Felder und etwas durch den Dschungel. Immer wenn wir vor einer offenen Fläche standen durfte ich vorpreschen und meine Runden drehen während die anderen gemächlich aufholten. Es war wirklich unglaublich. Das letzte Stück mussten wir dann an der Straße entlang, aber wirklich nur kurz und dann waren wir schon an unserem Ziel. Ein großer Wasserfall inmitten des Dschungels am Fuße des Vulkans. Wir machten dort eine Stunde Pause und konnten runter zu dem Wasserfall laufen in dem man auch Baden konnte. Das Wasser war suuuuper kalt aber trotzdem eine willkommene Erfrischung, da waren uns dann auch die 800 Stufen zurück zu den Pferden egal.

Auf dem Rückweg ritten wir mit dem Sonnenuntergang im Rücken. Es hatte etwas abgekühlt und die Atmosphäre hatte irgendwie etwas Magisches an sich. In dem Moment war ich einfach nur glücklich…

Abends mussten wir dann alle unter Muskelkater leider schon wieder unsere Sachen zusammenpacken da der nächste Tag unser letzter Tag sein sollte und unser Bus schon mittags wieder fahren würde.

Der letzte Tag begann früh denn wir hatten noch unsere Seilbahntour vor uns, der eigentliche Grund weshalb wir gekommen waren. Mit dem Taxi fuhren wir um den Vulkan herum zu dem Park. Wir waren die erste Gruppe und hatten dadurch überhaupt keine Wartezeiten oder sonst etwas. Zuerst bekamen wir das Sicherheitsgeschirr umgeschnallt und dann ging es auch schon mit einer Tram hoch nach oben. Acht unterschiedlich lange Kabel warteten auf uns um uns wieder nach unten zur Station zu bringen. Für das erste Kabel brauchten wir alle etwas Überwindung, denn wenn man so am Abgrund steht und sieht wie weit entfernt die nächste Plattform und unter einem bloß der weite, unbekannte Urwald ist, schlägt das Herz schon mal etwas höher.

Dann, der erste Schritt und man fliegt nur noch so dahin. Dieses Gefühl ist wirklich unglaublich, man fühlt sich beinahe schwerelos und der Ausblick war einfach nur traumhaft. Kaum kam ich auf der nächsten Plattform an konnte ich es kaum noch erwarten mich an das nächste Seil zu hängen und wieder loszufliegen.

Nach einer Stunde war das Ganze dann aber leider auch schon wieder vorbei und wir mussten zurück zu unserem Haus, die letzten Sachen packen und uns auf den Weg zur Bushaltestelle machen… Unser Mini-Urlaub war echt wundervoll und ich habe jede einzelne Sekunde davon genossen. Es war ein wunderbarer Abschluss dieser intensiven, aufregenden und emotionalen zwei Jahre. Es hat mir gezeigt, dass diese zwei Jahre jede Träne und jedes Lachen wert waren und ich alle richtig gemacht habe aber auch, dass ich jetzt bereit bin weiterzugehen und den nächsten Schritt zu machen. Es liegt noch unglaublich viel vor mir und ich werde mit offenen Augen darauf zugehen, vorher muss ich allerdings noch durch den unangenehme Teil durch, die Abschlussprüfungen (welche auch der Grund sind, dass ich hier etwas hinterherhinke mit meinen Berichten). Trotzdem, selbst die Prüfungen werden mich nicht davon abhalten die letzten Tage hier zu genießen, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen und einfach nur Spaß zu haben.

Rent – Das UWCCR Musical 2018

Wie jedes Jahr, ist eines der größten Events das UWCCR Musical, welches schon das ganze Jahr über von Schülern geplant, vorbereitet und geprobt wurde.  Dieses Jahr wurde das Broadway Musical ‚Rent‘ ausgewählt. Nach einem umfangreichem Casting waren alle Rollen perfekt besetzt und es stand nichts mehr im Wege. Ende März sind wir dann alle zusammen, die ganze Schule, zu einem kleinen Theather nach San Jose gefahren. Wir durften noch vor der Öffentlichkeit das vollständige Stück bestauenen und es war wirklich gut, ein voller Erfolg. Ich möchte da nun aber lieber die Bilder sprechen lassen…

Frühling findet auch hier statt….

Service Week 2018 – Las Pumas

Service Week, eine der meist erwarteten Wochen des Jahres. Dieses mal fand sie vom 19. bis 23. Februar statt. Fünf Tage irgendwo in Costa Rica, vollgepackt mit freiwilliger Arbeit, umgeben von Menschen mit denen man vielleicht noch kaum ein Wort gewechselt hat und doch so voller Lachen, interessanten Gesprächen und unvergesslichen Momenten.

Ich hatte mich dieses Jahr entschieden zu der Rettungsstation Las Pumas zu fahren. Die Hauptaufgabe dieser ist es wilde Tiere die aus den unterschiedlichsten Gründen dort hingebracht werden, sei es weil sie verletzt sind oder in Gefangenschaft gefunden wurden, wieder aufzupäppeln und dann wieder in der Wildnis auszusetzen. Dazu gibt es noch einen kleinen Bereich der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, dort befinden sich all die Tiere die in der Wildnis alleine nicht mehr überlebensfähig sind und somit ihr Leben in Ruhe in der Station genießen. Dieser Teil wird besonders für Bildungszwecke benutzt um die Menschen über die wilden Tiere aufzuklären aber besonders um ihnen nahezulegen, dass es eben wilde Tiere sind und diese nicht als Haustiere gehalten oder mit gehandelt werden dürfen.

Die Las Pumas Service Week fing schon vor den anderen am Samstag den 17. Februar an (war dementsprechend dann auch schon am Mittwoch vorbei). Meine Gruppe und ich, wir kamen nach dem Mittagessen dort an und nachdem wir unsere Zelte draußen aufgebaut hatten und uns etwas eingerichtet hatten, haben wir erst einmal eine Rundführung bekommen. Danach war es auch schon Zeit abendbrotessen zu gehen und somit wurde am ersten Tag noch nicht gearbeitet.

Der nächste Tag ging dann früh los denn um 7 mussten wir beim 2 Km entfernten Restaurant sein wo uns unser Frühstück erwartete. Nach einen schmackhaften Stärkung waren wir dann alle bereit unseren ersten Arbeitstag anzugehen. Es gab verschiedene Orte an denen unsere Hilfe vonnöten war, darum haben wir uns in kleinere aufgeteilt. Den Vormittag über habe ich damit verbracht kleine Spuren von einem Jaguar und einem Reh auf zwei Pfade zu malen um Besuchern den Weg zu dessen Gehegen zu zeigen. Eine andere Gruppe war damit beschäftigt Essen für die Tiere vorzubereiten und eine weitere damit Warn- und Hinweisschildern zu bemalen. Es war keine anstrengende Arbeit aber dennoch waren wir alle froh als es dann irgendwann Mittagessen gab. Nachmittags haben wir alle gemeinsam Zäune repariert, vom Rost befreit und neu angemalt. Gemeinsam kamen wir schnell voran sodass wir nach 2 Stunden dann auch Feierabend machen konnten. Erschöpft aber glücklich sind wir dann zu unseren Zelten zurückgegangen wo eine kleine Überraschung auf uns wartete. Eine unserer Lehrerinnen hatte einen kleinen aufblasbaren Plastikpool gekauft in dem wir uns dann nach der Arbeit in der Hitze abkühlen konnten. Ich hätte nie gedacht, dass so eine Kleinigkeit so himmlisch sein kann…

Abends saßen wir noch alle eine Weile zusammen und haben über alles Mögliche geredet, es war wirklich entspannend und sehr interessant. Irgendwann wurden wir dann allerdings unterbrochen denn eine kleine Äffin kam uns besuchen und würde uns auch in den nächsten Tagen nicht von der Seite weichen. Wir haben sie Penelope genannt XD.

Der nächste Tag startete genauso früh wie der vorherige, bloß das wir nun nach dem ersten Arbeitstag die beanspruchten Muskeln merkten… Aber gut, beschweren half auch nicht. Nach dem Frühstück teilten wir uns wieder in Gruppen auf, da meine Gruppe mit ihrer Aufgabe vom Vortag fertig war, bekamen wir eine neue. Auf der Zufahrtstraße zur Rettungsstation befanden sich Stromleitungen und wir sollten die Pfeiler bis zu einer gewissen Höhe gelb anmalen. An sich war dies keine schwere Arbeit, leider waren wir alle zu klein um bis nach oben zukommen und mussten dadurch neben all den Farbtöpfen, Pinseln, Abklebeband und Verdünnungsmittel auch noch zwei Leitern mitschleppen (und auch wieder zurück…). Schatten gab es in diesem Bereich auch nicht sodass wir alle bis zum Ende des Tages braun gebrannt waren und komplett am Ende. Wir hatten echt unseren Spaß, haben beim Lachen aber iwi dann noch mehr Energie verbraucht.

Abends haben wir alle gemeinsam in der Küche gesessen und gaaaanz viel geredet. Gleichzeitig hat Sofia aus Costa Rica uns gezeigt wie man richtige Empanadas macht über die wir dann am Ende auch alle heißhungrig drüber hergefallen sind.

Der Dienstag war dann unser letzter Arbeitstag und der fing gleich ziemlich früh, ziemlich laut an. Als ich aus meinem Zelt stieg fand ich mich gleich Angesicht zu Angesicht mit 8 Gelbbnackenamazonen (eine grüne Papageienart) wieder, die natürlich auch für all den Lärm verantwortlich waren. Wie wir später erfuhren, hätten wir diese einfangen sollen, denn sie waren von Penelope, unserer kleinen Äffin, freigelassen worden als diese es irgendwie geschafft hatte deren Käfig zu öffnen.

Den Tag verbrachten wir damit die restlichen Zäune zu reparieren und zu bemalen, einige Steine bunt anzumalen um damit Markierungen zu legen und die letzten Hinweisschilder fertigzustellen. An sich, war dieser Tag sehr entspannt und wir waren dann auch schon relativ früh fertig, sodass wir dann den Rest des Nachmittags frei hatten. Diesen haben wir dann allerdings größtenteils verschlafen, als uns alle die Erschöpfung und der Schlafmangel der letzten Tage eingeholt hat. Abends mussten wir schon die ersten Sachen zusammenpacken damit dann am nächsten Morgen alles schnell gehen würde.

Auch wenn es der Abreisetag war, wir mussten genauso früh wie in den letzten Tagen aufstehen. Nach dem Frühstück wurden schnell die Zelte abgebaut, das Wasser aus dem Pool gelassen, das Wohnhaus geputzt und sich von Penelope verabschiedet, denn der Schulbus wartete schon um uns wieder zurück zum Campus zu bringen. Dieses erreichten wir auch kurz nach Mittag, nachdem wir noch einen kleinen Stopp zum Eis essen eingelegt hatten.

Da wir die einzige Gruppe waren die schon früher gefahren war und darum auch schon früher wieder da war, war der Campus leer und suuuuper ruhig. Diese 2 Tage bevor alle anderen wieder da waren haben wir uns dann genommen um uns zu entspannen und einfach mal die etwas mehr Privatsphäre und Ruhe in vollen Zügen genießen zu können.

Ich habe meine Service Week wirklich genossen, auch wenn es nicht immer einfach war und auch oft sehr anstrengend. Trotzdem war es eine wundervolle Gelegenheit um den Campus zu verlassen, mal etwas anderes zu machen und wirklich dasGefühl zu haben, man hilft jemandem, dass die freiwillige Arbeit die man macht einem Zweck dient.

Lunar New Year 2018 – Jahr des Hundes

Vor etwa einem Monta (ja ich weiß, ich bin spät dran), am 16. Februar war Lunar New Year, welches in vielen asiatischen Ländern gefeiert wird. Dieses jahr bedeutete es das Ende das Jahres des Hahns und Beginn des Jahres des Hundes. Natürlich war es schwierig für all diejenigen die diesen tag feiern soweit weg von Zuhause zu sein, trotzdem haben sich viele zusammengetan um gemeinsam zu feiern und die Familie zu ersetzen. Auch ich bin zu einer kleinen gruppe eingeladen worden um dass ganze mal zu erleben, mitzumachen und um einfach Spaß zu haben.

Es war ein wundervoller Abend, mit unglaublich gutem Essen, viel Lachen, interessanten Gesprächen und gaaaanz vielen neuen Eindrücken für mich. Es gab selbstgemachte Frühlingsrollen, Phở (eine typische vietnamesische Suppe), Pizza von mir (ich wollte auch was beitragen, konnte aber irgendwie nichts asiatisches zaubern), Matcha Bonbons, Bananen und Dorian Chips, getrocknete Kokosnuss und vieeeeeles mehr. Alles endete damit, dass Nhat (Vietnam) unser ‚Gastgeber‘ uns allen einen roten Umschlag überreichte, auch mir, in dem ein symbolische 1 Dollar Schein steckte. Jedes jahr zum Lunar New Ywear bekommen die Jüngeren von den Älteren einen solchen roten Umschlag mit Geld und natürlich durfte diese wichtigste Tradition nicht fehlen um die Feierlichkeit komplett zu machen.

Ich glaube ich hätte niemals die Möglichkeit gehabt Lunar New Year richtig zu erleben, geschweige denn mitzufeiern, wäre ich nicht ans UWC gekommen, wo einfach jeder seine Kultur, Feiertage, Traditionen und Werte mitbringt um sie mit anderen zu teilen. Für mich war es etwas wundervolles dabei zu sein und war einfach nochmal die Bestätigung dafür, dass ich hier genau richtig bin….

Eine kleine Auszeit – The Hot Springs

Das IB kann echt schwer und, besonders, viel werden. Alles häuft sich an und schlägt auf einmal zu, egal wie sehr man sich anstrengt, wie hart man arbeitet oder wie gut das eigene Time-Management ist. Zwischen schlaflosen Nächten, Stress und einer Erschöpfung, geistlich wie auch körperlich, wie ich sie noch nie erlebt habe, ist es ungemein wichtig, dass man selber erkennt wo die Grenze ist. Ich habe meine gefunden und entschieden, dass ich eine kleine Auszeit brauche. Ja, soweit diese Auszeit vorbei ist, wäre ich wieder in der Realität, wieder zurück zu Schlafmangel und unfertiger Arbeit, aber dann, mit neuer Energie, ohne angestaute Anspannung und einfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Dieses simple Lächeln, dass für Wochen verschollen schien, habe ich wieder gefunden, als ich den Mut und die Kraft aufgebracht habe einfach alles stehen und liegen zu lassen und wegzufahren. Ich bin nicht weit gefahren, und auch bin ich nicht alleine gefahren. Ich hatte die richtigen Leute gefunden die genauso wie ich an ihrer Grenze waren und einfach weg mussten, und wenn es nur für eine Nacht war.

An einem Samstag Mittefebruar haben wir dann alle unsere Rucksäcke gepackt und sind aus dem Tor marschiert. Mit jedem Schritt den wir uns weiter entfernt haben wurde das Gewicht auf unseren Schultern, welches uns die letzten Tage zu erdrücken gedroht hatte leichter bis es irgendwann gänzlich zurückgelassen war.

Wir hatten uns entschieden nach La Fortuna, zu dem Vulkan El Arenal zu fahren und dort eine der vielen heißen Quellen zu besuchen. Wir hatten durch Zufall erfahren, dass es dort noch eine natürliche Quelle im Dschungel gibt, nur einen kurzen Fußmarsch runter von der Straße, die noch umsonst zu genießen ist.

Die Quellen in La Fortuna werden alle von dem noch immer aktiven Vulkan gespeist. Ich war noch nie an irgendwelchen heißen Quellen, umso aufgeregter war ich als wir dann endlich dort ankamen. Ich konnte nicht glaube, dass das Wasser super warm sein sollte aber als ich dann schon von weitem den Wasserdampf sehen konnte, musste ich es einfach glauben. Die Quelle war ein einfacher kleiner Fluss der mitten durch den Costa Ricanischen Dschungel läuft, super idyllisch und meeeega warm.

Als ich meinen Fuß ins Wasser setzte habe ich sofort eine Gänsehaut bekommen. Es war nicht heiß und doch nah dran. Es war einfach perfekt. Das dunkle Flussbett aus Vulkangestein hat sich durch das Saftgrün des Urwalds gegraben und einen kleinen vollkommenen Ort geschaffen, der mir das gegeben hat, was ich all die Zeit nicht hatte. Ruhe.

Wie sind solange geblieben wie wir konnten, heißt, bis es dunkel wurde. Nachdem wir dann alle zurück in unserem kleinen Hostel schnell geduscht hatten, sind wir Abendessen gegangen, günstig aber nett. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht, geredet und einfach für einen Moment alles andere vergessen. Dieses Wochenende, wenn auch kurz, war genau die Auszeit die ich gebraucht habe. Es hat mir geholfen, nicht nur mein Lächeln wieder zu finden, sondern mich daran erinnert weshalb ich eigentlich hier bin. Ich bin nicht der Schule wegen hier (naja, zum Teil schon), sondern wegen alldem was darüber hinausgeht. Wegen der Freundschaft, des Spaßes und der unglaublichen Erfahrung.

The Windmills – Freundschaft, Sonnenuntergang und Kuchen

Am Freitag den 2. Februar war der 18. Geburtstag meiner Roomate Aseeya (Guyana). Natürlich mussten wir diesen besonderen Tag irgendwie groß und möglichst außergewöhnlich feiern, denn wer lässt schon das übergehen ins Erwachsenenalter einfach so an sich vorbei ziehen?

Wir waren uns ziemlich schnell einig, dass unsere so ziemlich einzige Option der Sonnenuntergang anzugucken war. Leider befinden wir uns genau in der Mitte des Landes, am Strand Sonnenuntergang angucken viel damit also weg, aber da Costa Rica ja ein ach so raues Land ist, gibt es jeden Menge hoher Berge und genau so einer befindet sich zum Glück direkt vor unserer Nase; man muss nur geradeaus aus der Schule rauslaufen.

Zu fünft machten wir uns dann also auf den Weg. Der Berg ist zu hoch uns steil um da einfach so hochzulaufen, aber es gibt zum Glück eine Straße die die meisten Autos auch hochkommen. Nachdem wir zuerst noch einen kleinen Abstecher zu Pali gemacht hatten um einige Getränke und etwas zu naschen zu kaufen, sind wir dann mit Decken, Kuchen und vor Aufregung glitzernden Augen in ein Uber gestiegen.

Es ging immer weiter Bergauf und wir haben jedes mal aufgeatmet wenn wir ein besonders steiles Stück geschafft hatten, denn der Fahrer hatte uns schon zu Anfang gesagt, dass er nicht sicher ist ob er es bis ganz nach oben schafft mit dem Auto. Wir hatten aber Glück und wir schafften es innerhalb von 20 Minuten bis nach ganz oben, wo auch schon andere Menschen gespannt auf den Sonnenuntergang warteten.

Oben auf dem Bergkamm stehen Windräder und dies machte auch unglaublich viel Sinn, denn es pfiff ein eisiger Wind und wir waren alle unglaublich froh für unsere Schals, Decken und Pullover. Von einer Seite des Bergkamms konnte man Santa Ana und weiterhinten auch San Jose überblicken, während auf der anderen Seite man einen wunderschönen Blick auf Berghänge und ganz hinten sogar den Pazifik hatte. Es war wirklich atemberaubend.

Wir haben unglaublich viele Fotos gemacht und hatten suuuper viel Spaß dort oben. Als dann der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs da war, haben wir uns alle zusammengekuschelt, Kuchen gegessen und einfach nur noch gestaunt. Es war einer der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen habe und definitiv einer der besondersten Abenden hier in Costa Rica.  Ich werde ihn nie vergessen und hoffe, dass wir dies eines Tages mal wiederholen können. Die richtigen Leute, der richtige Ort und Kuchen… Das nenn’ ich LEBEN!!

UWC Costa Rica Sports & Cultural Festival 2018

Ich bin eine von vier Organisatorinnen des UWC Costa Rica Sport- und Kulturfestival 2018. Es ist keine einfache Aufgabe und definitiv eine Herausforderung und doch haben wir gemeinsam unglaublich viel Spaß daran dieses große Event zu planen und es nach und nach entstehen zu sehen. Dieses Festival ist dazu gedacht Menschen aus dem ganzen Land zusammen zu bringen, vor allem Schüler aus verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen. Es bietet einen Raum, wo jeder die UWC-Mission für einen Nachmittag erleben kann. Als UWC sind wir das Beispiel dafür, dass ein Zusammenleben in Toleranz, mit verschiedenen Nationen und Kulturen, für eine bessere Zukunft, möglich ist. Unser Ziel ist es, die mangelnde Interaktion zwischen Menschen mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen zu überwinden, mit denen Costa Rica täglich konfrontiert ist.

Was die Organisations des Festivals nun aber zur ultimativen Herausforderung macht ist unser leider sehr begrenztes Budget. Wir brauchen mindestens $ 2.000 mehr, um sicherzustellen, dass jeder Besucher das echte UWC-Erlebnis mit all seinen wundervollen, aufregenden und vielfältigen Seiten erleben kann. Wir werden unter anderem ein Fußballturnier, verschiedene Tanzaufführungen, eine kulturelle Modeschau und ein Holi haben. Die begrenzte Zeit und auch die Kuchenverkäufe reichen nicht aus, um unser Ziel zu erreichen. Keine andere Schule in Costa Rica kann all den verschiedenen Menschen hier einen Raum bieten, an dem man einfach zusammen zu sein und den Unterschied feiern kann.

Wir haben eine Spendenaktion gestartet und möchten all diejenigen erreichen, die an dasselbe glauben wie wir und bitten daher freundlich um eine kleine Spende. Wir wollen, dass der Funken des Bewusstseins, den wir in unserem täglichen Leben leben, sich ausbreiten und schließlich entzünden kann, denn nur dann werden wir wirklich etwas bewirken können. Das UWC Festival ist der Ort, an dem wir zusammen sein können, öffentliche und private Schulen, Schwarz und Weiß, Muslime und Christen, und schließlich unsere Unterschiede vergessen können, da wir stattdessen jedem Besucher zeigen, wie man diese feiert. Die UWC-Mission ist nicht nur eine Mission, sie ist eine Art zu leben, zu denken und zu glauben. UWC macht Menschen offen, tolerant, fürsorglich, nachdenklich und vor allem nach einer besseren Zukunft suchend. Wer auch immer, egal wie kurz, zum UWC Costa Rica Festival kommt, wird immer einen Teil davon mit sich tragen und verbreiten, bis wir alle glauben, dass Gleichheit, Wahrheit und Freiheit Dinge sind, für die es sich zu kämpfen lohnt…

Bitte helft uns unser Ziel zu erreichen und somit der Gleichheit in Costa Rica einen Schritt näher zu kommen. Teilt den link. Spendet, macht andere darauf aufmerksam und drückt uns Daumen!! ♥

Liebe geht halt doch durch den Magen….