Exam Time – Sind ja nur Abschlussklausuren…

Irgendwie sind die Abschlussklausuren dann doch schneller da gewesen als jeder von uns geglaubt hatte. Es ging los am Montag den 30. April und sollte dann 3 Wochen Hölle für uns bedeuten, kaum Schlaf, viel zu viel Nervennahrung und definitiv zu wenig Zeit für irgendwas, aber, wir haben es alles bis zum Ende geschafft.

Meine erste Klausur, Mathe, war am Mittwoch den 2. Mai und meine letzte, Französisch, am Freitag den 18. Mai, zwei Tage vor unserer Graduation.  Es war aufregend und erschreckend zugleich, denn so viel hing von all diesen Klausuren ab, es würde sich entscheiden wie es weiter geht, ob wir es dorthin schaffen wo wir hinwollen, oder all unsere Pläne über den Kopf werfen müssen. In diese zwei ein halb Wochen (für mich), in denen ich  insgesamt 13 Klausuren geschrieben habe, war ich so gespannt und doch hing ich auch in den Seilen wie noch nie zuvor. Ich war so am Ende mit meiner Kraft  und Motivation, die letzten Wochen waren so anstrengend gewesen, dass meine Kraftreserven ziemlich gegen Null liefen. Und dann bedeuteten die Klausuren auch noch das meine Zeit am UWC Costa Rica zu Ende ging, dass ich diesen unbeschreiblichen Ort, diese Seifenblase die ich mein Zuhause nannte, verlassen müsste um wieder irgendwo neu Anzufangen.

Die Klausuren waren für mich auf einmal alle zweitrangig, sie waren mir sowas von egal, denn es war mir auf einmal wichtiger diese letzten paar Tage noch mit meinen Freunden zu verbringen. Ich wusste, selbst wenn ich nur ein kleines bisschen lerne, ich würde bestehen und in dem Moment, war dies alles was ich wollte. Ich war an einer Uni angenommen, bestehen reichte also aus, für mehr konnte ich mich in diesen zwei ein halb Wochen einfach nicht durchdringen. Es waren zwar die wichtigsten Klausuren in meinem Leben (zu dem Zeitpunkt) und ich war am entspanntesten und faulsten wie nie zuvor. Normalerweise, kann ich solche wichtigen Sachen nicht ignorieren und ruhigen Gewissens mein Leben leben, aber in diesem Zeitraum, hatte ich  nicht die Kraft noch den Willen mich voll auf die Klausuren zu konzentrieren.

Umso überraschter war ich als mir die Klausuren dann alle (außer Mathe vielleicht) ziemlich einfach erschienen und sehr gut liefen. Es war eine große Erleichterung, denn auf diese Wiese konnte ich noch einiges an Zeit mit Freunden verbringen und die letzten Tage doch noch irgendwie genießen.

Im Endeffekt waren die Klausuren gar nicht so schlimm und während alle extrem Panik hatten bin ich da so entspannt wie noch nie rangegangen und für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe sehr gut Abgeschnitten und kann jedem nur empfehlen, sich nicht allzu viele Gedanken über die Endklausuren zu machen (vielleicht nicht so entspannt und ignorant da ranzugehen wie ich) aber doch sich auf jeden Fall noch die Zeit zu nehmen die letzten Tage zu genießen….

UWCCR Sports & Cultural Festival 2018

Der 14. April 2018 war wohl einer der stressigsten Tage die ich je erlebt habe. Es war der Tag des UWC Costa Rica Sports & Cultural Festivals 2018, welches ich mit ein paar Freunden zusammen schon lange geplant und vorbereitet hatte.

Es war ein langer Prozess. Zwischen dem ersten Zusammentreffen und der letzten Besprechung am Abend vor dem Festival lagen viele schlaflose Nächte, unendliche Diskussionen wurden geführt, neue Ideen gesammelt und Probleme durch improvisieren gelöst. Nun wo endlich alles zu einem Abschluss kommen sollte und alles genauestens geplant war, war die Aufregung und Angst doch unfassbar groß, denn man musste sich doch immer fragen, woran habe ich nicht gedacht?

Am Freitag, der Tag vor diesem großen Tag, begannen wir schon früh mit einem Team aus freiwilligen Helfern aufzubauen und zu dekorieren. Eine Bühne musste aufgebaut, Flaggen aufgehängt, Mikrofone eingestellt und Bälle aufgeblasen werden unter anderem. Bis spät in die Nacht waren wir beschäftigt und entsprechend müde waren wir auch am Ende. Viel Ruhe war uns allerdings nicht vergönnt denn schon um 6 Uhr früh am Samstag mussten wir wieder hoch und die letzten  Vorbereitungen treffen.

Ab 8 Uhr trafen die ersten Schulen ein die dann im Laufe des Vormittags an den von uns organisierten Fußball und Basketball Turnieren teilnahmen. Für mich war dies der anstrengendste Teil des Tages, denn für den sportlichen Aspekt des Festivals war ich zuständig. Oft musste ich improvisieren und umdenken. Eine Schule war ohne Abzusagen einfach nicht aufgetaucht was unseren gesamten Zeitplan durcheinander gebracht hatte. Ein anderen mal mussten wir eine schnelle Kriesensitzung halten, denn ein Bienennest wurde entdeckt mit Verdacht auf gefährliche Afrikanische Bienen. Die Feuerwehr wurde gerufen, allerdings hätte diese die Beinen aufgescheucht und somit die Gefahr erhöht. Kurzzeitig mussten wir überlegen ob dir das Festival abbrechen müssen, zum Glück stellte sich dann aber heraus, dass es ganz normale Bienen waren und somit es ausreichte den Bereich weiträumig abzusperren, sodass besonders die Kinder nicht dorthin konnten.

Nachmittags ging es weiter mit unserem kulturellen Programm, welches verschiedene Tänze, Musikstücke und eine Fashionshow umfasste. Für mich war dies der entspanntere Teil, denn hier war ich nicht mehr die leitende Beauftragte und musste nur noch dort Helfen wo ich gebraucht wurde. Als großen Abschluss hatten wir ein traditionelles Holi, ein indisches Farbefest.

Um etwas 18Uhr war dann alles vorbei. Mit einem Schlag ließ das Adrenalin nach und eine riesen Erschöpfung machte sich breit. Nach dem aufräumen und einer abschließenden Teambesprechung wollten wir alle nur noch duschen und schlafen, wir konnten uns dann allerdings doch noch dazu durchringen diesen erfolgreichen tag, zumindest kurz, zu feiern.

Die Organisation des UWCCR Sports and Cultural Festivals 2018 war für mich eine komplett neue Erfahrung, hatte ich doch noch nie vorher etwas Ähnliches gemacht. Es war mit viel Arbeit und verschiedensten Stressmomenten verbunden und doch habe ich während diesen Jahres unglaublich viel gelernt. Das Gefühl nach Abschluss des Festivals  war unbeschreiblich, ich war einfach nur Stolz, auf mich aber auch besonders auf unser ganzes Team…

Tamarindo – Letztes Coco Outing

Ich weiß, ich bin sogar noch viel später dran als sonst und auch wenn ich es auch einfach lassen könnte, möchte ich euch gerne noch von meinen letzten eineinhalb Monaten am UWC Costa Rica berichten. Und es gibt noch einiges zu berichten… Wie lief eigentlich das UWC Festival? Warum bin ich noch einmal spontan für eine Woche nach Hause, nach Deutschland geflogen? Wie waren die Klausuren und ganz besonders wie war Graduation? Wie fühle ich mich jetzt, wo es zu Ende ist und ich über diese Erfahrung nur noch als Teil meiner Vergangenheit denken kann?

Aber erstmal alles der Reihe nach.

Alles kommt irgendwann zu einem Ende. Es gibt immer ein letztes Mal und selbst wenn man das weiß schmerzt es nicht weniger. Vom 7. zum 8. April stand unser letztes Coco Outing an. Wir wollten alle gemeinsam nach Tamarindo, einen Strand am Pazifik, fahren und so noch die letzten gemeinsamen Momente nutzen bevor die Klausuren anfangen sollten und keine Zeit mehr für irgendwas bleiben sollte.

Wir fuhren am Samstag den 7. April früh los und steuerten erstmal unsre Ferienwohnung die wir gemietet hatten an um all unsere Sachen dort lassen zu können. Danach kochten wir Mittagessen, aßen so schnell wir konnten, denn schließlich wollten wir alle an den Strand, packten unsere Badesachen und machten uns wieder auf den Weg. Wir fuhren an einen kleinen versteckten Strand zu dem wir erstmal noch über einen kleinen Berg klettern mussten um dorthin zu gelangen. Er war wunderschön und ruhig und wir alle genossen diesen Moment und vergaßen mal für eine Weile all unsere Sorgen.

Am späten Nachmittag entschieden wir dann, dass wir gerne den Sonnenuntergang sehen wollten, leider versperrte uns aber eine klippe den Blick, weshalb wir alle in Rekordzeit unsere Sachen packten, zurück liefen, in den Bus stiegen und an einen anderen Strand fuhren von dem aus man dann einen perfekten Blick hatte.

Als wir abends dann zurück in unserem Ferienhaus waren und gemeinsam Abendbrot gekocht hatten krochen wir auch schnell in unsere Betten, denn wir waren alle suuuper müde und ausschlafen am nächsten Morgen sollte auch nicht sein.

Früh ging es mit dem Frühstück wieder los und weil wir alle immer noch extrem müde waren entschlossen wir uns nicht an den Strand zu fahren und stattdessen den Vormittag an unserem Pool im Ferienhaus zu verbringen, auf diese Weise war auch genug Zeit Mittagessen und Abendbrot vorzubereiten welches dann auf dem Weg zurück zur Schule verzehrt werden sollte.

Nach dem Mittagessen wurde alles aufgeräumt, geputzt und der Bus beladen. Unsere kleine Auszeit war vorbei und so fuhren wir den Nachmittag durch zurück nach Santa Ana. Es war ein wunderschönes Wochenende und ein wunderbarer Abschluss für die tolle Zeit die ich in El Coco verbracht habe, welches nicht nur mein neues Zuhause wurde sondern indem ich auch mit Menschen zusammengelebt habe, wo ich nie gedacht hätte, dass sie mir in so kurzer Zeit so wichtig werden können…

19 Jahre und noch keine Falten XD

Dieses Jahr hatte ich wieder hier in Costa Rica Geburtstag (kommt halt davon wenn man im April geboren ist…). Leider war es, mal abgesehen davon das es die vorletzte war, eine ganz normale Schulwoche, ich hatte noch ein paar anstehende Klausuren und konnte eigentlich keinen wirklichen Unterschied zu jedem anderen Tag feststellen. Naja, dachte ich jedenfalls.

Um Mitternacht wurde es auf einmal Laut auf dem Flur und auf einmal wart es laut in meinem Zimmer. Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen gemischt mit Kernzenduft umschmeichelte meine Nase und ich drängte mich dazu meine schon schlafenden Augen zu öffnen. Und da standen sie, meine Lieblingsmenschen hier und sangen mir ein Geburtstagslied. Ich war super glücklich und nach einem ordentlichen Stück Kuchen dann auch völlig gesättet und bereit in den Tag zu starten (naja, erstmal schlafen aber dann…).

Nachmittags wollte ich unbedingt zu einem Hügel 10 Minuten von der Schule gehen von wo aus man Santa Ana überblicken kann und dann auch den Sonnenuntergang sehen kann, leider hat das Wetter aber nicht mitgespielt und damit viel das Ganze leider wortwörtlich ins Wasser. Wir haben es oft aufgeschoben aber immer hat die Regenzeit uns einen Strich durch die Rechnung gemacht bis vor ein paar Wochen. Ende April hat es doch geklappt und innerhalb von 5 Minuten hatten wir uns entschieden und waren losgelaufen. Leider konnte nicht jeder mitkommen den ich dabei haben wollte, wir waren aber trotzdem eine tolle kleine Gruppe und hatten viel Spaß. Für einen Moment waren wir bloß wir, es gab keine Anstehenden Abschlussprüfungen, Stress von den Unis, Lernmarathone oder sonst irgendwas, bloß wir, strahlende Augen und Lachen.

Semana Santa in La Fortuna

Ostern. Ich weiß, ist schon ne Weile her, aber die Zeit rennt pausenlos. Ostern war dieses Jahr relativ früh und hat damit uns noch einmal eine schöne Auszeit beschert bevor es wenige Wochen später dann in die Klausurenphase gehen sollte. Zusammen mit meinen besten Freunden haben wir ein Haus in La Fortuna, am Fuße des Vulkans El Arenal, gemietet. Wir alle wollten unbedingt noch einmal Seilbahn durch den Dschungel fahren bevor wir dieses wunderbare Land wieder verlassen müssen und welcher Ort ist da besser geeignet als der Park mit der längsten Seilbahn?

Am Samstag den, 24. März, ging es früh los für uns in Richtung Bushaltestelle. Leider wart es so extrem voll das obwohl wir schon viel zu früh da waren, wir keine Tickets mehr für den Bus bekommen haben den wir eigentlich nehmen wollten. Wir mussten dann also drei ein halb Stunden auf den nächsten warten und sind dann erst nach einer anstrengenden Reise am späten Nachmittag in La Fortuna angekommen. Unser Gastwirt hat uns sofort super lieb empfangen und zu unserem Haus gebracht, welches super gelegen und für unsere Zwecke wie gemacht war. An dem Abend hatten wir nicht mehr viel vor, wir waren alle kaputt und somit haben wir nur schnell unsere Einkäufe erledigt, den Kühlschrank gefüllt und dann gemeinsam Abendbrot gekocht.

Am selben Abend noch habe ich versucht Tickets für die Seilbahn zu reservieren, aber auch da hatten wir kein Glück und es waren nur noch Plätze frei an dem Morgen des Tages wo wir abreisen wollten. Da wir dies aber unbedingt machen wollten haben wir diese Tickets dann reserviert und sind dann alle erstmal müde in unsere Betten gefallen.

Am nächsten Morgen hatten wir nichts vor und sind darum den Ort etwas erkunden gegangen. Es war ziemlich bewölkt, da wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag nichts tun wollten entschlossen wir uns den Nachmittag an einem Fluss zu verbringen der von der Hitze des Vulkans gespeist ist und somit eine natürliche heiße Quelle darstellte. Es war ein sehr schöner und entspannter Nachmittag an denen nun wirklich das Urlaubsgefühl einstellte und der Stress der letzten Tage und Wochen abfiel.

Zufällig war unser Haus gegenüber einem Fahrradvermieter und weil wir neugierig waren fragten wir nach was sie für Touren anboten. So fanden wir heraus dass sie nicht nur Fahrradtouren anbieten sondern auch Reittouren. Da die anderen noch nie geritten sind und der Preis echt super war entschieden wir uns die Tour für den nächsten Tag zu buchen. Ich glaube ich habe wie ein Honigkuchenpferd den Rest des Tages gestrahlt XD

Besagter Tag startete ganz entspannt für uns, denn der Ausflug sollte erst am Nachmittag beginnen. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter den die Sonne kam raus und der Himmel erstrahlte Wolkenlos über uns. Zum ersten mal konnte ich den Vulkan in seiner ganzen Pracht sehen und alleine dadurch hatte sich für mich diese dritte Reise zu Arenal schon gelohnt gehabt.

Nach dem Mittagessen wurden wir bei dem Fahrradladen abgeholt und zum Reitstall gebracht wo schon 5 wunderschöne Pferde auf uns warteten. Unser Guide war super liebt und wir waren bei ihm in besten Händen. Es war sehr lustig für mich die zunächst ängstlichen Gesichter meiner Freunde zu beobachten aber mit der Zeit fühlten auch sie sich immer wohler und wirklich jeder hatte seinen Spaß. Zuerst ritten wir durch Felder und etwas durch den Dschungel. Immer wenn wir vor einer offenen Fläche standen durfte ich vorpreschen und meine Runden drehen während die anderen gemächlich aufholten. Es war wirklich unglaublich. Das letzte Stück mussten wir dann an der Straße entlang, aber wirklich nur kurz und dann waren wir schon an unserem Ziel. Ein großer Wasserfall inmitten des Dschungels am Fuße des Vulkans. Wir machten dort eine Stunde Pause und konnten runter zu dem Wasserfall laufen in dem man auch Baden konnte. Das Wasser war suuuuper kalt aber trotzdem eine willkommene Erfrischung, da waren uns dann auch die 800 Stufen zurück zu den Pferden egal.

Auf dem Rückweg ritten wir mit dem Sonnenuntergang im Rücken. Es hatte etwas abgekühlt und die Atmosphäre hatte irgendwie etwas Magisches an sich. In dem Moment war ich einfach nur glücklich…

Abends mussten wir dann alle unter Muskelkater leider schon wieder unsere Sachen zusammenpacken da der nächste Tag unser letzter Tag sein sollte und unser Bus schon mittags wieder fahren würde.

Der letzte Tag begann früh denn wir hatten noch unsere Seilbahntour vor uns, der eigentliche Grund weshalb wir gekommen waren. Mit dem Taxi fuhren wir um den Vulkan herum zu dem Park. Wir waren die erste Gruppe und hatten dadurch überhaupt keine Wartezeiten oder sonst etwas. Zuerst bekamen wir das Sicherheitsgeschirr umgeschnallt und dann ging es auch schon mit einer Tram hoch nach oben. Acht unterschiedlich lange Kabel warteten auf uns um uns wieder nach unten zur Station zu bringen. Für das erste Kabel brauchten wir alle etwas Überwindung, denn wenn man so am Abgrund steht und sieht wie weit entfernt die nächste Plattform und unter einem bloß der weite, unbekannte Urwald ist, schlägt das Herz schon mal etwas höher.

Dann, der erste Schritt und man fliegt nur noch so dahin. Dieses Gefühl ist wirklich unglaublich, man fühlt sich beinahe schwerelos und der Ausblick war einfach nur traumhaft. Kaum kam ich auf der nächsten Plattform an konnte ich es kaum noch erwarten mich an das nächste Seil zu hängen und wieder loszufliegen.

Nach einer Stunde war das Ganze dann aber leider auch schon wieder vorbei und wir mussten zurück zu unserem Haus, die letzten Sachen packen und uns auf den Weg zur Bushaltestelle machen… Unser Mini-Urlaub war echt wundervoll und ich habe jede einzelne Sekunde davon genossen. Es war ein wunderbarer Abschluss dieser intensiven, aufregenden und emotionalen zwei Jahre. Es hat mir gezeigt, dass diese zwei Jahre jede Träne und jedes Lachen wert waren und ich alle richtig gemacht habe aber auch, dass ich jetzt bereit bin weiterzugehen und den nächsten Schritt zu machen. Es liegt noch unglaublich viel vor mir und ich werde mit offenen Augen darauf zugehen, vorher muss ich allerdings noch durch den unangenehme Teil durch, die Abschlussprüfungen (welche auch der Grund sind, dass ich hier etwas hinterherhinke mit meinen Berichten). Trotzdem, selbst die Prüfungen werden mich nicht davon abhalten die letzten Tage hier zu genießen, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen und einfach nur Spaß zu haben.

Rent – Das UWCCR Musical 2018

Wie jedes Jahr, ist eines der größten Events das UWCCR Musical, welches schon das ganze Jahr über von Schülern geplant, vorbereitet und geprobt wurde.  Dieses Jahr wurde das Broadway Musical ‚Rent‘ ausgewählt. Nach einem umfangreichem Casting waren alle Rollen perfekt besetzt und es stand nichts mehr im Wege. Ende März sind wir dann alle zusammen, die ganze Schule, zu einem kleinen Theather nach San Jose gefahren. Wir durften noch vor der Öffentlichkeit das vollständige Stück bestauenen und es war wirklich gut, ein voller Erfolg. Ich möchte da nun aber lieber die Bilder sprechen lassen…

Frühling findet auch hier statt….

Service Week 2018 – Las Pumas

Service Week, eine der meist erwarteten Wochen des Jahres. Dieses mal fand sie vom 19. bis 23. Februar statt. Fünf Tage irgendwo in Costa Rica, vollgepackt mit freiwilliger Arbeit, umgeben von Menschen mit denen man vielleicht noch kaum ein Wort gewechselt hat und doch so voller Lachen, interessanten Gesprächen und unvergesslichen Momenten.

Ich hatte mich dieses Jahr entschieden zu der Rettungsstation Las Pumas zu fahren. Die Hauptaufgabe dieser ist es wilde Tiere die aus den unterschiedlichsten Gründen dort hingebracht werden, sei es weil sie verletzt sind oder in Gefangenschaft gefunden wurden, wieder aufzupäppeln und dann wieder in der Wildnis auszusetzen. Dazu gibt es noch einen kleinen Bereich der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, dort befinden sich all die Tiere die in der Wildnis alleine nicht mehr überlebensfähig sind und somit ihr Leben in Ruhe in der Station genießen. Dieser Teil wird besonders für Bildungszwecke benutzt um die Menschen über die wilden Tiere aufzuklären aber besonders um ihnen nahezulegen, dass es eben wilde Tiere sind und diese nicht als Haustiere gehalten oder mit gehandelt werden dürfen.

Die Las Pumas Service Week fing schon vor den anderen am Samstag den 17. Februar an (war dementsprechend dann auch schon am Mittwoch vorbei). Meine Gruppe und ich, wir kamen nach dem Mittagessen dort an und nachdem wir unsere Zelte draußen aufgebaut hatten und uns etwas eingerichtet hatten, haben wir erst einmal eine Rundführung bekommen. Danach war es auch schon Zeit abendbrotessen zu gehen und somit wurde am ersten Tag noch nicht gearbeitet.

Der nächste Tag ging dann früh los denn um 7 mussten wir beim 2 Km entfernten Restaurant sein wo uns unser Frühstück erwartete. Nach einen schmackhaften Stärkung waren wir dann alle bereit unseren ersten Arbeitstag anzugehen. Es gab verschiedene Orte an denen unsere Hilfe vonnöten war, darum haben wir uns in kleinere aufgeteilt. Den Vormittag über habe ich damit verbracht kleine Spuren von einem Jaguar und einem Reh auf zwei Pfade zu malen um Besuchern den Weg zu dessen Gehegen zu zeigen. Eine andere Gruppe war damit beschäftigt Essen für die Tiere vorzubereiten und eine weitere damit Warn- und Hinweisschildern zu bemalen. Es war keine anstrengende Arbeit aber dennoch waren wir alle froh als es dann irgendwann Mittagessen gab. Nachmittags haben wir alle gemeinsam Zäune repariert, vom Rost befreit und neu angemalt. Gemeinsam kamen wir schnell voran sodass wir nach 2 Stunden dann auch Feierabend machen konnten. Erschöpft aber glücklich sind wir dann zu unseren Zelten zurückgegangen wo eine kleine Überraschung auf uns wartete. Eine unserer Lehrerinnen hatte einen kleinen aufblasbaren Plastikpool gekauft in dem wir uns dann nach der Arbeit in der Hitze abkühlen konnten. Ich hätte nie gedacht, dass so eine Kleinigkeit so himmlisch sein kann…

Abends saßen wir noch alle eine Weile zusammen und haben über alles Mögliche geredet, es war wirklich entspannend und sehr interessant. Irgendwann wurden wir dann allerdings unterbrochen denn eine kleine Äffin kam uns besuchen und würde uns auch in den nächsten Tagen nicht von der Seite weichen. Wir haben sie Penelope genannt XD.

Der nächste Tag startete genauso früh wie der vorherige, bloß das wir nun nach dem ersten Arbeitstag die beanspruchten Muskeln merkten… Aber gut, beschweren half auch nicht. Nach dem Frühstück teilten wir uns wieder in Gruppen auf, da meine Gruppe mit ihrer Aufgabe vom Vortag fertig war, bekamen wir eine neue. Auf der Zufahrtstraße zur Rettungsstation befanden sich Stromleitungen und wir sollten die Pfeiler bis zu einer gewissen Höhe gelb anmalen. An sich war dies keine schwere Arbeit, leider waren wir alle zu klein um bis nach oben zukommen und mussten dadurch neben all den Farbtöpfen, Pinseln, Abklebeband und Verdünnungsmittel auch noch zwei Leitern mitschleppen (und auch wieder zurück…). Schatten gab es in diesem Bereich auch nicht sodass wir alle bis zum Ende des Tages braun gebrannt waren und komplett am Ende. Wir hatten echt unseren Spaß, haben beim Lachen aber iwi dann noch mehr Energie verbraucht.

Abends haben wir alle gemeinsam in der Küche gesessen und gaaaanz viel geredet. Gleichzeitig hat Sofia aus Costa Rica uns gezeigt wie man richtige Empanadas macht über die wir dann am Ende auch alle heißhungrig drüber hergefallen sind.

Der Dienstag war dann unser letzter Arbeitstag und der fing gleich ziemlich früh, ziemlich laut an. Als ich aus meinem Zelt stieg fand ich mich gleich Angesicht zu Angesicht mit 8 Gelbbnackenamazonen (eine grüne Papageienart) wieder, die natürlich auch für all den Lärm verantwortlich waren. Wie wir später erfuhren, hätten wir diese einfangen sollen, denn sie waren von Penelope, unserer kleinen Äffin, freigelassen worden als diese es irgendwie geschafft hatte deren Käfig zu öffnen.

Den Tag verbrachten wir damit die restlichen Zäune zu reparieren und zu bemalen, einige Steine bunt anzumalen um damit Markierungen zu legen und die letzten Hinweisschilder fertigzustellen. An sich, war dieser Tag sehr entspannt und wir waren dann auch schon relativ früh fertig, sodass wir dann den Rest des Nachmittags frei hatten. Diesen haben wir dann allerdings größtenteils verschlafen, als uns alle die Erschöpfung und der Schlafmangel der letzten Tage eingeholt hat. Abends mussten wir schon die ersten Sachen zusammenpacken damit dann am nächsten Morgen alles schnell gehen würde.

Auch wenn es der Abreisetag war, wir mussten genauso früh wie in den letzten Tagen aufstehen. Nach dem Frühstück wurden schnell die Zelte abgebaut, das Wasser aus dem Pool gelassen, das Wohnhaus geputzt und sich von Penelope verabschiedet, denn der Schulbus wartete schon um uns wieder zurück zum Campus zu bringen. Dieses erreichten wir auch kurz nach Mittag, nachdem wir noch einen kleinen Stopp zum Eis essen eingelegt hatten.

Da wir die einzige Gruppe waren die schon früher gefahren war und darum auch schon früher wieder da war, war der Campus leer und suuuuper ruhig. Diese 2 Tage bevor alle anderen wieder da waren haben wir uns dann genommen um uns zu entspannen und einfach mal die etwas mehr Privatsphäre und Ruhe in vollen Zügen genießen zu können.

Ich habe meine Service Week wirklich genossen, auch wenn es nicht immer einfach war und auch oft sehr anstrengend. Trotzdem war es eine wundervolle Gelegenheit um den Campus zu verlassen, mal etwas anderes zu machen und wirklich dasGefühl zu haben, man hilft jemandem, dass die freiwillige Arbeit die man macht einem Zweck dient.

Lunar New Year 2018 – Jahr des Hundes

Vor etwa einem Monta (ja ich weiß, ich bin spät dran), am 16. Februar war Lunar New Year, welches in vielen asiatischen Ländern gefeiert wird. Dieses jahr bedeutete es das Ende das Jahres des Hahns und Beginn des Jahres des Hundes. Natürlich war es schwierig für all diejenigen die diesen tag feiern soweit weg von Zuhause zu sein, trotzdem haben sich viele zusammengetan um gemeinsam zu feiern und die Familie zu ersetzen. Auch ich bin zu einer kleinen gruppe eingeladen worden um dass ganze mal zu erleben, mitzumachen und um einfach Spaß zu haben.

Es war ein wundervoller Abend, mit unglaublich gutem Essen, viel Lachen, interessanten Gesprächen und gaaaanz vielen neuen Eindrücken für mich. Es gab selbstgemachte Frühlingsrollen, Phở (eine typische vietnamesische Suppe), Pizza von mir (ich wollte auch was beitragen, konnte aber irgendwie nichts asiatisches zaubern), Matcha Bonbons, Bananen und Dorian Chips, getrocknete Kokosnuss und vieeeeeles mehr. Alles endete damit, dass Nhat (Vietnam) unser ‚Gastgeber‘ uns allen einen roten Umschlag überreichte, auch mir, in dem ein symbolische 1 Dollar Schein steckte. Jedes jahr zum Lunar New Ywear bekommen die Jüngeren von den Älteren einen solchen roten Umschlag mit Geld und natürlich durfte diese wichtigste Tradition nicht fehlen um die Feierlichkeit komplett zu machen.

Ich glaube ich hätte niemals die Möglichkeit gehabt Lunar New Year richtig zu erleben, geschweige denn mitzufeiern, wäre ich nicht ans UWC gekommen, wo einfach jeder seine Kultur, Feiertage, Traditionen und Werte mitbringt um sie mit anderen zu teilen. Für mich war es etwas wundervolles dabei zu sein und war einfach nochmal die Bestätigung dafür, dass ich hier genau richtig bin….

Eine kleine Auszeit – The Hot Springs

Das IB kann echt schwer und, besonders, viel werden. Alles häuft sich an und schlägt auf einmal zu, egal wie sehr man sich anstrengt, wie hart man arbeitet oder wie gut das eigene Time-Management ist. Zwischen schlaflosen Nächten, Stress und einer Erschöpfung, geistlich wie auch körperlich, wie ich sie noch nie erlebt habe, ist es ungemein wichtig, dass man selber erkennt wo die Grenze ist. Ich habe meine gefunden und entschieden, dass ich eine kleine Auszeit brauche. Ja, soweit diese Auszeit vorbei ist, wäre ich wieder in der Realität, wieder zurück zu Schlafmangel und unfertiger Arbeit, aber dann, mit neuer Energie, ohne angestaute Anspannung und einfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Dieses simple Lächeln, dass für Wochen verschollen schien, habe ich wieder gefunden, als ich den Mut und die Kraft aufgebracht habe einfach alles stehen und liegen zu lassen und wegzufahren. Ich bin nicht weit gefahren, und auch bin ich nicht alleine gefahren. Ich hatte die richtigen Leute gefunden die genauso wie ich an ihrer Grenze waren und einfach weg mussten, und wenn es nur für eine Nacht war.

An einem Samstag Mittefebruar haben wir dann alle unsere Rucksäcke gepackt und sind aus dem Tor marschiert. Mit jedem Schritt den wir uns weiter entfernt haben wurde das Gewicht auf unseren Schultern, welches uns die letzten Tage zu erdrücken gedroht hatte leichter bis es irgendwann gänzlich zurückgelassen war.

Wir hatten uns entschieden nach La Fortuna, zu dem Vulkan El Arenal zu fahren und dort eine der vielen heißen Quellen zu besuchen. Wir hatten durch Zufall erfahren, dass es dort noch eine natürliche Quelle im Dschungel gibt, nur einen kurzen Fußmarsch runter von der Straße, die noch umsonst zu genießen ist.

Die Quellen in La Fortuna werden alle von dem noch immer aktiven Vulkan gespeist. Ich war noch nie an irgendwelchen heißen Quellen, umso aufgeregter war ich als wir dann endlich dort ankamen. Ich konnte nicht glaube, dass das Wasser super warm sein sollte aber als ich dann schon von weitem den Wasserdampf sehen konnte, musste ich es einfach glauben. Die Quelle war ein einfacher kleiner Fluss der mitten durch den Costa Ricanischen Dschungel läuft, super idyllisch und meeeega warm.

Als ich meinen Fuß ins Wasser setzte habe ich sofort eine Gänsehaut bekommen. Es war nicht heiß und doch nah dran. Es war einfach perfekt. Das dunkle Flussbett aus Vulkangestein hat sich durch das Saftgrün des Urwalds gegraben und einen kleinen vollkommenen Ort geschaffen, der mir das gegeben hat, was ich all die Zeit nicht hatte. Ruhe.

Wie sind solange geblieben wie wir konnten, heißt, bis es dunkel wurde. Nachdem wir dann alle zurück in unserem kleinen Hostel schnell geduscht hatten, sind wir Abendessen gegangen, günstig aber nett. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht, geredet und einfach für einen Moment alles andere vergessen. Dieses Wochenende, wenn auch kurz, war genau die Auszeit die ich gebraucht habe. Es hat mir geholfen, nicht nur mein Lächeln wieder zu finden, sondern mich daran erinnert weshalb ich eigentlich hier bin. Ich bin nicht der Schule wegen hier (naja, zum Teil schon), sondern wegen alldem was darüber hinausgeht. Wegen der Freundschaft, des Spaßes und der unglaublichen Erfahrung.