Einfach mal die Augen öffnen und sich umsehen…

Nicaragua – October Break 2016

Mitternacht. Ann-Katrin, Anna und ich stehen bei Pali (unserem Supermarkt) und winken ein Taxi zu uns. Es soll uns zu TransNica und San Jose bringen, denn dort sollte um 2 Uhr Nachts unser Bus nach Nicaragua abfahren. Es war und ist mein größter Wunsch gewesen, dass wenn ich hier in Costa Rica bin, auch dessen Nachbarsländer Nicaragua und Panama kennenzulernen und dafür bot der Oktober Break die erste Gelegenheit.

Wir haben uns alle drei ungeheuerlich auf diesen Trip gefreut und waren dann auch entsprechend aufgeregt. Mittwochnachmittag waren alle Sachen gepackt und alle Dokumente griffbereit verstaut. Unser Bus fuhr um 2 Uhr nachts am 13.Oktober, sodass wir über Nacht unterwegs waren und so dann einen Tag länger in Nicaragua hatten. Ein bisschen Bammel hatten wir dann doch als wir im Bus saßen und auf die Grenze zugefahren sind. Hatten wir alle Dokumente? Würde alles glatt laufen? Was machen wir wenn es Probleme gibt? Aber es gab keine Probleme, es war hingehen, Stempel kriegen, Gepäck checken, weiterfahren.

Morgens um 9 Uhr kamen wir in Granada an und nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten sind wir erstmal frühstücken und Granada erkunden gegangen. Der kleine koloniale Ort am Nicaragua See ist wunderschön, allerdings hatten wir auch relativ schnell alles gesehen. Am Nachmittag haben wir dann eine Bootstour zu den Isletas gemacht. Eine Inselgruppe von über 400 kleinen Inseln die irgendwann mal von dem Vulkan Mombachu geformt wurden. Viele davon sind von einzelnen Familien bewohnt die darauf ihre Ferienhäuser gebaut haben. Während der Tour sind wir an einer Affen-Insel vorbei gekommen und haben wilde Affen gesehen!! Am Ende haben wir noch an einer Insel Halt gemacht auf der es ein Restaurant gab und ein Pool in dem wir baden konnten. Der Ausflug war wunderschön.

Als wir wieder zurück waren, war gerade Sonnenuntergang und alles war in ein warmes Licht gehüllt. Wir sind auf den Turm der Kathedrale La Merced gestiegen und haben von da aus Granada von oben sehen können. Es war unglaublich.

Am nächsten Tag sind wir zur Laguna de Apoyo gefahren. Der Hotelbesitzer hat uns angeboten uns zu fahren und gegen einen kleinen Preis, hat er uns später auch noch nach Catarina und Masaya gefahren. Die Lagune ist nicht weit von Granada. Wir waren an einem kleinen privaten Strandabschnitt, an dem es auch ein Restaurant gab und Kajaks, Schwimmringe, Liegen und Steh-Paddel-Bretter, die wir umsonst  benutzen konnten. Das Wasser hatte die perfekte Temperatur und war mega klar.  Ich habe es sehr genossen, dort am Strand zu liegen, schwimmen zu gehen und einfach nur zu entspannen.  Danach sind wir nach Catarina gefahren, ein kleiner Ort an der Lagune, von dem aus man die gesamte Lagune überblicken konnte. Dort haben wir dann auch bei einer unglaublichen Aussicht, Mittag gegessen.  Als letztes sind wir nach Masaya gefahren. Ein Dorf, das für seine Handwerkskunst berühmt ist. Masaya hat einen riesen großen Markt wo man fast alles kaufen kann und wir sind relativ lange dort herum geschlendert. Es war wirklich beeindruckend, auch wenn es irgendwie auch drückend und etwas zu viel war. Die Geräusche, Gerüche und die vielen Farben drum herum haben einen echt verwirrt und waren für mich persönlich, irgendwann etwas zu viel. Aber es war trotzdem schön das Ganze mal gesehen zu haben. Abends waren wir noch was essen und sind auch dann wieder wie die Toten in unsere Betten gefallen.

Am nächsten Morgen, den Samstag, unserem letzten Tag, hatten wir beschlossen in einem Schokoladen Museum zu Frühstücken, wo sie ein nettes Buffet angeboten haben. Leider hab ich an diesem Tag angefangen zu kränkeln und musste mich danach erstmal hinlegen. Ann-Katrin und Anna, sind zunächst bei mir geblieben, danach aber noch mal ein bisschen in Granada spazieren gewesen. Am späten Nachmittag, gegen Abend, wollten wir eine Tour zum Vulkan Nindirí machen. Besonders an diesem Vulkan und der Grund weshalb wir die Tour bei Dunkelheit machen wollten, ist, dass in dem Krater Lava fließt, die bei Nacht leuchtet und dann besonders gut zu sehen ist. Es war unglaublich und ein einmaliges Erlebnis. Wir standen direkt am Kraterrand und konnten dort hinein gucken. Manchmal hat die Lava etwas hochgespritzt, wie an der Oberfläche platzende Blasen. Es war ein wunderschönes, aber auch etwas beängstigendes Naturschauspiel.

Zurück im Hotel mussten wir dann leider auch schon wieder unsere Sachen packen. Wir sind am nächsten Morgen um 5:30 Uhr abgefahren. Auch diese Fahrt ist zum Glück ohne irgendwelche Komplikationen verlaufen, sodass wir dann so gegen 15 Uhr wieder zurück auf dem Campus waren.

Ich bin unglaublich froh, dass ich diesen Trip machen konnte. Es war der perfekte October Break, genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Nicaragua ist ein wunderschönes Land, was viel zu bieten hat und jeder der mal dorthin reisen sollte, sollte unbedingt einen Abstecher nach Granada machen.

Firsty Camp

Einzigartig an unserem UWC und von allen Firstyears immer sehnlichst erwartet, ist das Firsty Camp. Zwei Tage in den Bergen von San José, in einem wunderschönen Camp, mit einem noch wunderschönarem Ausblick, passiert das, was auf dem Campus in so einer Form nicht möglich ist. Eine ganze Generation kann sich besser kennenlernen und wird noch enger zusammengeschweißt, beweist Teamgeist, Unterstützung und große Freundschaft.

Montagmorgen sind wir früh losgefahren, hatten am Ende aber trotzdem 1 Stunde Verspätung (TicoTime XD). Wir haben dann als erstes die Hütten bezogen, wobei alle Mädchen in einer und alle Jungs in einer anderen geschlafen haben. Danach gab es den Rest des Tages verschiedene Aktivitäten, die uns zum Nachdenken gebracht haben, voller Action waren und sehr viel Spaß gemacht haben. Dabei waren wir in Teams eingeteilt und auch wenn wir einige Spiele zu Anfang alle zusammen gemacht haben, waren viele andere, am Ende, Teil eines Wettkampfes. Abends, nach dem Abendbrot, hatten wir unsere zweite Candle-Night, dieses mal aber eben ohne unsere Secondyears. Wir saßen alle im Kreis und in der Mitte war ein großes Bild aus Teelichtern. Jeder der etwas sagen wollte, konnte aufstehen, in die Mitte gehen und allen seinen Gefühle mitteilen und konnte sicher sein, dass das was gesagt wurde auch in dem Raum blieb. Candle-Nights sind eine Safe-Zone wo jeder über das sprechen kann, was ihn beschäftigt. Als wir spät abends dann die Runde auflösten und nach draußen gingen, waren wir überwältigt von dem Ausblick. Vor uns lag ganz San Jose, hell erleuchtet und ruhig. Es war unglaublich.

Am nächsten Morgen waren wieder viele Aktivtäten geplant. Dieses mal alle in unseren Teams. Es war eine Art Rallye, wo am Ende aber besonders Zusammenarbeit, Teamgeist und Motivation bewertet wurden. Jeder im Team hat eine Rolle zugeschrieben bekommen (Mutter, Leader, Teamgeist, Teilnehmer und Saboteur) und jedes Team hat ein ‘‘Baby‘‘ bekommen (eine Wasserbombe) auf die aufgepasst werden musste, weil es Aufgabe des Saboteurs war, dass Baby zu töten und dann war das Spiel verloren. Wir haben viele verschiedene Spiele und Aufgaben erfüllen müssen und es war super lustig. Wir mussten z.B. Reifen über einen 3m Pflock heben und am Ende wieder drauf setzen oder mit einem Seil auf eine 1m2 große Holzpalette springen und alle gleichzeitig darauf stehen ohne, dass einer den Boden berührt, denn dann mussten wir von vorne anfangen, oder alle nacheinander durch ein ‘‘Spinnennetz‘‘ klettern, wobei jede Lücke nur einmal benutzt werden und keiner das Seil berühren durfte, wir mussten dann also auch einige durch höher gelegene Löcher heben, oder mir mussten alle durch einen kleinen Parcours krabbeln der voller Matsch war und entsprechend sahen wir am Ende auch alle aus. Es hat mega viel Spaß gemacht (wenn man von den Eis-Duschen hinterher absieht). Das ‘‘ Baby mussten wir überall mithinnehmen und es musste alles mitmachen ohne zu sterben, was manchmal echt eine Herausforderung war, gerade auch weil wir uns alle gegenseitig Verdächtigt haben der Saboteur zu sein, denn keiner wusste welches die Rolle des anderen war. Ganz zum Schluss, haben wir allerdings herausgefunden, dass es gar keinen Saboteur gab und, dass wir alle die gleiche Aufgabe hatten, nämlich das Team zusammenzuhalten und zu motivieren, es war nur auf verschiedene Weise ausgedrückt worden.

Nachmittags hatten wir dann noch eine Aktivität, bei der zunächst alle Jungs einen Kreis um alle Mädchen gebildet haben, und wir Mädchen dann jedem Jungen ein kleines Armband gegeben haben und einfach alle umarmt haben. Die Jungs hatten dabei die Augen geschlossen. Als wir fertig waren haben wir getauscht und die Jungs haben uns Mädchen ein Armband gegeben und uns einfach umarmt ohne, dass wir etwas gesehen haben. Es war einfach wunderschön. Danach sind wir abgefahren und alle total kaputt, nach einer heißen Dusche und einer großen Überraschungsshow von unseren Secondyears, in unsere Betten gefallen.

Wir haben uns alle unglaublich wieder auf den Campus und unsere Secondyears gefreut, denn auch wenn wir erst seit etwas über 2 Monaten hier sind und da nur eine Nacht weg waren, hat es sich schon komisch angefühlt und wir haben alle sehr vermisst. Der Campus ist Zuhause geworden und die Menschen hier Familie….

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