December Break – Meine Familie in Costa Rica

Erst vergeht sie wie im Flug, man sucht sie überall und kann sie doch nicht finden. Man verzweifelt, ist gestresst und überlegt was man nun machen soll. Und dann, auf einmal, wird sie gaaanz langsam, zähflüssig. Es ist, als wollte sie einen ärgern, Zeit, dieses Miststück.

Die letzte Schulwoche fühlte sich an wie 10. Der Zeiger hüpfte zwei vor und einen wieder zurück und kam dem Ende jeden Tages wirklich nur kriechend näher. Die ersten flogen schon Mittwoch Richtung Heimat. Koffer wurden gepackt, strahlende Gesichter verabschiedeten sich von weniger strahlenden Gesichtern und am Ende war keiner am Sonntag mehr da.

Meine Ferien fingen dunkel an und in dieser Dunkelheit habe ich es zu schätzen gelernt im 21. Jahrhundert zu leben, nicht in Armut und mit Technologie. Zwei ein halb tagelang bin ich mit dem Sonnenaufgang aufgestanden und mit dem Sonnenuntergang wieder ins Bett und auch wenn ich es nicht glauben wollte, auf einmal schien der Zeiger auf der Uhr nur noch auf der Stelle zu hüpfen. Der Stromausfall kam plötzlich genauso wie die starken, kalten Winde die ihn verursacht hatten. Es war eine neue Erfahrung, mit einer Kerze ins Bad zu gehen, auf einmal vor meiner eigenen Residence Angst zu haben und die Hand nicht mehr vor Augen sehen zu können, um so froher war ich als auf einmal das Licht, das WLAN und der Herd wieder gingen.

Schließlich waren es nur noch zwei Tage und die Aufregung wuchs immer weiter. Ich traf die letzten Vorbereitungen, arbeitete wie verrückt und wartete einfach nur. Dann, Freitag früh kam die Nachricht: Wir sind gelandet!! Schnell machte ich mich fertig, holte frühstuck und dann waren sie auch schon hier. Meine Familie war hier in Costa Rica, zwischen Karibik und Pazifik, in meiner Schule!! Mein Herz hat einen riesen Satz gemacht als ich sie endlich wieder gesehen habe. Zusammen haben wir dann gefrühstückt, meine Sachen zusammen gepackt, eine Schulführung gemacht und am Ende noch eine kleine Santa Ana Führung, bevor wir dann zusammen ins Hotel nach San José gefahren sind. Ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln, so glücklich war ich.

Wir sind 2 Nächte in San José geblieben, haben dort eine Stadttour am Samstag und natürlich den Fruchtmarkt am Sonntag gemacht, man kann ja nicht hier gewesen sein ohne den Fruchtmarkt gesehen und Guanábanasaft probiert zu haben. Unser nächstes Ziel war dann El Arenal. Ein großer Vulkan nördlich von San José, an einem großen See gelegen und von Dschungel umgeben. In den drei vollen Tagen die wir dort waren, haben wir einen Hängebrückenpark und ein kleines Reservat wo man gaaanz viele Tiere du besonders Vögel in freier Wildbahn sehen konnte (dort haben wir dann auch das erste Faultier gesehen) besucht. Es war wunderschön und auch wenn wir den Vulkan nie ganz sehen konnten, da immer einige Wolken an dessen Spitze hängen blieben, war er beeindruckend.

Unser nächster Stopp war San Miguel, nahe dem Vulkan Poas, den man nun aber leider nicht mehr besuchen konnte, da er in letzter Zeit öfters ausgebrochen ist und noch immer die Gefahr bestand, dass er dies wieder tun würde. Trotzdem hat uns dies nicht davon abgehalten die Gegend zu erkunden. Wir waren nur einen vollen Tag dort, so als Pause auf dem Weg nach Cahuita an der Karibik. Dieser Tag hat uns aber gereicht um die ‘Friedens Wasserfälle‘ zu besuchen, die zwar sehr touristisch aber wunderschön sind. Dort gab es auch ein Schmetterlingshaus, eine Abteilung mit geretteten Faultieren, Reptilien, Fröschen und Wildkatzen, wie Pumas, und ein Haus in dem das Leben der Costa Ricanischen Ureinwohner nachgestellt ist. Das war es auf jeden Fall wert zu sehen.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los in Richtung Cahuita, ein Nationalpark an der Karibik. Dort wartete unser längster Aufenthalt und natürlich Weihnachten auf uns. Leider war das Meer ziemlich aufgewühlt, was allerdings an der Jahreszeit lag, sodass es nicht so schön anzusehen war wie sonst. Soweit man allerdings ein Stück in den Park hineinlief wurde es ruhiger und man konnte das klare Wasser und die Natur bestaunen. Zum Schnorcheln hat es dann aber doch nicht gereicht.

An einem Tag sind wir nach Puerto Viejo gefahren, das Jamaika von Costa Rica. Der Ort ist super bunt, überall ertönt Musik und es war echt genauso wie ich mir Jamaika vorstelle. An userem letzten Abend sind wir dann dort essen gewesen und haben ein wunderschönes Restaurant, mit Live Musik direkt am Meer gefunden. Es war wirklich unglaublich.

Unser nächster Stopp war in Monteverde, im Nebelwald. Auch hier waren wir nur einen vollen Tag an dem wir dann aber einen Park besucht haben in dem wir etwas wandern waren. Es war ziemlich kühl und im wahrsten Sinne des Wortes ein Nebelwald, alles war feucht und voller Moos und etwas was wir so noch nicht gesehen hatten in Costa Rica.

Als letzter Aufenthalt, über Silvester, hatten wir uns für Montezuma entschieden, ein kleiner Ort am Pazifik. Unser Hotel lag direkt am Meer und wenn wir rausgegangen sind, standen wir praktisch aufm Strand. An einem Tag haben wir eine Tagestour zur ‘Isla Tortuga‘ gemacht. Die Boote fuhren direkt vor unserem Hotel ab und nach 45 Minuten fahrt waren wir auch schon da. Bevor wir allerdings zu der Hauptinsel gefahren sind, haben wir an einigen Felsen Halt gemacht wo wir für etwa ein ein halb Stunden schnorcheln konnten.  Wir haben viele verschiedene bunte Fische gesehen und sogar einen Kugelfisch. Es war wirklich unglaublich und ich war unendlich froh, dass wir doch noch schnorcheln konnten. Danach ging es dann zu Haupinsel wo unser Mittagessen und zwei Stunden Sonne, Strand und Meer schon auf uns warteten. Nachmittags um 4 Uhr waren wir dann erschöpft aber seeehr zufrieden wieder zurück in Montezuma.

Zu unserer Überraschung sollte unser Abenteuer an dem Tag aber noch nicht vorüber sein, denn um 5 Uhr sollten am Nachbarsstrand Babyschildkröten aus einer Rettungsstation freigelassen werden. Etwas was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Wir kamen genau zur rechten Zeit dort an, denn Die Schildkröten schlüpften gerade und wurden aus den Sandlöchern befreit. Nachdem sie gezählt und dokumentiert worden waren sind wir alle runter zum Wasser gelaufen und die Kleinen wurden freigelassen und machten sich auf den Weg in die weiten Tiefen des Ozeans. Es war wirklich ein wunderschöner Anblick und Abschluss des Tages.

Anden anderen Tagen in Montezuma sind wir etwas durch die Gegend gefahren, haben an unterschiedlichen Stellen Halt gemacht und haben dann am schönsten Strand den wir gefunden haben angehalten um ein bisschen baden zu gehen.

Am Mittwoch, den 3. Januar, sind wir dann wieder zurück gefahren. Es war unser letzter gemeinsamer Tag und entsprechend war die Stimmung etwas gedrückt. Wir haben die Fähre genommen um noch einmal etwas anderes vom Land zu sehen, waren dann aber doch relativ schnell wieder in San Jose… Nachdem wir alle Koffer bis auf meinen im Hotel abgeliefert hatten, sind wir zur Schule gefahren um auch meine Sachen abzuliefern. Zu schnell war es Abend und wir sind noch ein letztes Mal gemeinsam essen gegangen. Der Gedanke an den bevorstehenden Abschied hat all unsere Blicke getrübt. Es war unglaublich hart, diesmal nicht diejenige zu sein die geht, sondern die, die bleibt. Es war ein letztes ‘Tschüss, ich hab euch lieb‘, eine letzte Umarmung, ein letzter Blick und dann waren sie weg, in der Dunkelheit verschwunden.

Es war hart aber die Zeit die wir hier zusammen erlebt haben, hat alles in den Schatten gestellt und noch lange werden wir daran denken und davon erzählen. Weihnachten und Silvester sind an mir vorbeigerasucht ohne, dass ich es wirklich gemerkt habe, aber es war mir egal, denn ich war hier zusammen mit meiner Familie, und das ist es was zählt…

Ein paar Bilder aus meinem ansonsten normalen Leben

October Formal….im November

Ich kann mich noch so oft entschuldigen aber ich weiß, dass das nichts an meinem schlechten Gewissen ändern wird. Es ist mal wieder so richtig viel Zeit verstrichen bis ich endlich einen kleinen Moment finden konnte um über die Ereignisse der letzten zwei Monate zu schreiben. Ich habe irgendwie das Gefühl die Uhren laufen hier alle doppelt so schnell wie Zuhause in Deutschland und der Wächter der Zeit ist gerade absolut nicht gnädig wenn es darum geht mir etwas Freizeit einzuräumen. Ich glaube hinterrücks arbeitet er mit dem gemeinen IB-Kobold zusammen und zusammen versuchen sie die Herrschaft über die Freizeit an sich zu reißen.

Na ja auf jeden Fall habe ich es jetzt geschafft ihren Fängen für kurze Zeit zu entrinnen auch wenn ich sie schon wieder dicht an meinen Fersen spüre…

Ok, jetzt aber zum wesentlichen und zu dem worüber ich eigentlich berichten wollte. Am Samstag den 18. November, hatten wir unser alljährliches ‘October Formal‘. Jaja ich weiß, ‘October‘, aber aus logistischen Gründen mussten wir es in den November schieben. Das ist wie mit dem Oktoberfest im September.

Jedes Jahr sind zwei Leute damit beauftragt dieses Event zu planen und vorzubereiten. Es ist ähnlich wie eine Motto Party oder eine Motto Ball, nur weniger groß… Unsere diesjähriges Motto war ‘The Great Gatsby‘ nach dem gleichnamigen Buch und Film. Das bedeutete dann für uns alle, dass wir uns ein ordentliches Kostüm zu recht suchen mussten.

Als dann der Abend der Abende da war und wir alle hübsch, geschminkt und froh über diese Ablenkung in Richtung des Social Centers (ein großer leerer Raum) liefen, konnte man schon von weitem die Musik der 20er Jahre hören. Es gab Leute mit wundervollen passenden Kostümen und andere die nichts im 20er Jahre Stil hatten und dann eher zu etwas schicken, modernen gegriffen habe. Ich gehörte da zur letzteren Sorte… Aber das war egal.

Natürlich wurden viele Fotos in all möglichen Konstellationen und mit allen möglichen Leuten gemacht und insgesamt war es ein wundervoller Abend. Als es dann aber immer mehr zur offenen Tanzparty über ging, habe ich dann doch ganz schnell das Weite gesucht  XD