Lunar New Year 2018 – Jahr des Hundes

Vor etwa einem Monta (ja ich weiß, ich bin spät dran), am 16. Februar war Lunar New Year, welches in vielen asiatischen Ländern gefeiert wird. Dieses jahr bedeutete es das Ende das Jahres des Hahns und Beginn des Jahres des Hundes. Natürlich war es schwierig für all diejenigen die diesen tag feiern soweit weg von Zuhause zu sein, trotzdem haben sich viele zusammengetan um gemeinsam zu feiern und die Familie zu ersetzen. Auch ich bin zu einer kleinen gruppe eingeladen worden um dass ganze mal zu erleben, mitzumachen und um einfach Spaß zu haben.

Es war ein wundervoller Abend, mit unglaublich gutem Essen, viel Lachen, interessanten Gesprächen und gaaaanz vielen neuen Eindrücken für mich. Es gab selbstgemachte Frühlingsrollen, Phở (eine typische vietnamesische Suppe), Pizza von mir (ich wollte auch was beitragen, konnte aber irgendwie nichts asiatisches zaubern), Matcha Bonbons, Bananen und Dorian Chips, getrocknete Kokosnuss und vieeeeeles mehr. Alles endete damit, dass Nhat (Vietnam) unser ‚Gastgeber‘ uns allen einen roten Umschlag überreichte, auch mir, in dem ein symbolische 1 Dollar Schein steckte. Jedes jahr zum Lunar New Ywear bekommen die Jüngeren von den Älteren einen solchen roten Umschlag mit Geld und natürlich durfte diese wichtigste Tradition nicht fehlen um die Feierlichkeit komplett zu machen.

Ich glaube ich hätte niemals die Möglichkeit gehabt Lunar New Year richtig zu erleben, geschweige denn mitzufeiern, wäre ich nicht ans UWC gekommen, wo einfach jeder seine Kultur, Feiertage, Traditionen und Werte mitbringt um sie mit anderen zu teilen. Für mich war es etwas wundervolles dabei zu sein und war einfach nochmal die Bestätigung dafür, dass ich hier genau richtig bin….

Eine kleine Auszeit – The Hot Springs

Das IB kann echt schwer und, besonders, viel werden. Alles häuft sich an und schlägt auf einmal zu, egal wie sehr man sich anstrengt, wie hart man arbeitet oder wie gut das eigene Time-Management ist. Zwischen schlaflosen Nächten, Stress und einer Erschöpfung, geistlich wie auch körperlich, wie ich sie noch nie erlebt habe, ist es ungemein wichtig, dass man selber erkennt wo die Grenze ist. Ich habe meine gefunden und entschieden, dass ich eine kleine Auszeit brauche. Ja, soweit diese Auszeit vorbei ist, wäre ich wieder in der Realität, wieder zurück zu Schlafmangel und unfertiger Arbeit, aber dann, mit neuer Energie, ohne angestaute Anspannung und einfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Dieses simple Lächeln, dass für Wochen verschollen schien, habe ich wieder gefunden, als ich den Mut und die Kraft aufgebracht habe einfach alles stehen und liegen zu lassen und wegzufahren. Ich bin nicht weit gefahren, und auch bin ich nicht alleine gefahren. Ich hatte die richtigen Leute gefunden die genauso wie ich an ihrer Grenze waren und einfach weg mussten, und wenn es nur für eine Nacht war.

An einem Samstag Mittefebruar haben wir dann alle unsere Rucksäcke gepackt und sind aus dem Tor marschiert. Mit jedem Schritt den wir uns weiter entfernt haben wurde das Gewicht auf unseren Schultern, welches uns die letzten Tage zu erdrücken gedroht hatte leichter bis es irgendwann gänzlich zurückgelassen war.

Wir hatten uns entschieden nach La Fortuna, zu dem Vulkan El Arenal zu fahren und dort eine der vielen heißen Quellen zu besuchen. Wir hatten durch Zufall erfahren, dass es dort noch eine natürliche Quelle im Dschungel gibt, nur einen kurzen Fußmarsch runter von der Straße, die noch umsonst zu genießen ist.

Die Quellen in La Fortuna werden alle von dem noch immer aktiven Vulkan gespeist. Ich war noch nie an irgendwelchen heißen Quellen, umso aufgeregter war ich als wir dann endlich dort ankamen. Ich konnte nicht glaube, dass das Wasser super warm sein sollte aber als ich dann schon von weitem den Wasserdampf sehen konnte, musste ich es einfach glauben. Die Quelle war ein einfacher kleiner Fluss der mitten durch den Costa Ricanischen Dschungel läuft, super idyllisch und meeeega warm.

Als ich meinen Fuß ins Wasser setzte habe ich sofort eine Gänsehaut bekommen. Es war nicht heiß und doch nah dran. Es war einfach perfekt. Das dunkle Flussbett aus Vulkangestein hat sich durch das Saftgrün des Urwalds gegraben und einen kleinen vollkommenen Ort geschaffen, der mir das gegeben hat, was ich all die Zeit nicht hatte. Ruhe.

Wie sind solange geblieben wie wir konnten, heißt, bis es dunkel wurde. Nachdem wir dann alle zurück in unserem kleinen Hostel schnell geduscht hatten, sind wir Abendessen gegangen, günstig aber nett. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht, geredet und einfach für einen Moment alles andere vergessen. Dieses Wochenende, wenn auch kurz, war genau die Auszeit die ich gebraucht habe. Es hat mir geholfen, nicht nur mein Lächeln wieder zu finden, sondern mich daran erinnert weshalb ich eigentlich hier bin. Ich bin nicht der Schule wegen hier (naja, zum Teil schon), sondern wegen alldem was darüber hinausgeht. Wegen der Freundschaft, des Spaßes und der unglaublichen Erfahrung.