Exam Time – Sind ja nur Abschlussklausuren…

Irgendwie sind die Abschlussklausuren dann doch schneller da gewesen als jeder von uns geglaubt hatte. Es ging los am Montag den 30. April und sollte dann 3 Wochen Hölle für uns bedeuten, kaum Schlaf, viel zu viel Nervennahrung und definitiv zu wenig Zeit für irgendwas, aber, wir haben es alles bis zum Ende geschafft.

Meine erste Klausur, Mathe, war am Mittwoch den 2. Mai und meine letzte, Französisch, am Freitag den 18. Mai, zwei Tage vor unserer Graduation.  Es war aufregend und erschreckend zugleich, denn so viel hing von all diesen Klausuren ab, es würde sich entscheiden wie es weiter geht, ob wir es dorthin schaffen wo wir hinwollen, oder all unsere Pläne über den Kopf werfen müssen. In diese zwei ein halb Wochen (für mich), in denen ich  insgesamt 13 Klausuren geschrieben habe, war ich so gespannt und doch hing ich auch in den Seilen wie noch nie zuvor. Ich war so am Ende mit meiner Kraft  und Motivation, die letzten Wochen waren so anstrengend gewesen, dass meine Kraftreserven ziemlich gegen Null liefen. Und dann bedeuteten die Klausuren auch noch das meine Zeit am UWC Costa Rica zu Ende ging, dass ich diesen unbeschreiblichen Ort, diese Seifenblase die ich mein Zuhause nannte, verlassen müsste um wieder irgendwo neu Anzufangen.

Die Klausuren waren für mich auf einmal alle zweitrangig, sie waren mir sowas von egal, denn es war mir auf einmal wichtiger diese letzten paar Tage noch mit meinen Freunden zu verbringen. Ich wusste, selbst wenn ich nur ein kleines bisschen lerne, ich würde bestehen und in dem Moment, war dies alles was ich wollte. Ich war an einer Uni angenommen, bestehen reichte also aus, für mehr konnte ich mich in diesen zwei ein halb Wochen einfach nicht durchdringen. Es waren zwar die wichtigsten Klausuren in meinem Leben (zu dem Zeitpunkt) und ich war am entspanntesten und faulsten wie nie zuvor. Normalerweise, kann ich solche wichtigen Sachen nicht ignorieren und ruhigen Gewissens mein Leben leben, aber in diesem Zeitraum, hatte ich  nicht die Kraft noch den Willen mich voll auf die Klausuren zu konzentrieren.

Umso überraschter war ich als mir die Klausuren dann alle (außer Mathe vielleicht) ziemlich einfach erschienen und sehr gut liefen. Es war eine große Erleichterung, denn auf diese Wiese konnte ich noch einiges an Zeit mit Freunden verbringen und die letzten Tage doch noch irgendwie genießen.

Im Endeffekt waren die Klausuren gar nicht so schlimm und während alle extrem Panik hatten bin ich da so entspannt wie noch nie rangegangen und für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe sehr gut Abgeschnitten und kann jedem nur empfehlen, sich nicht allzu viele Gedanken über die Endklausuren zu machen (vielleicht nicht so entspannt und ignorant da ranzugehen wie ich) aber doch sich auf jeden Fall noch die Zeit zu nehmen die letzten Tage zu genießen….