Das UWC-Abenteuer beginnt…

Im Herbst 2014 hörte ich von UWC zum ersten Mal. Es war mir ein absolut fremder Begriff. Ich war gerade auf Frankreichaustausch in der Bretagne und hatte eigentlich nicht vor später noch einmal länger ins Ausland zu gehen, zumindest nicht während der Schulzeit. Ich habe dort von Montag bis Freitag in einem Internat zusammen mit einigen anderen Deutschen und den vielen Franzosen gewohnt. Wir haben dort über alles Mögliche geredet und sind irgendwann auch auf Austauschprogramme gekommen. Dort fiel das Wort „UWC“ zum ersten Mal in meinem Umfeld. Ich habe mir einige der Organisationen aufgeschrieben und wollte den Zettel an eine Freundin weitergeben, die gerne 1 Jahr in die USA gegangen wäre. Bei meiner Rückkehr hatte sich das Ganze allerdings erledigt, so dass der Zettel in einem der „Krimskrams-verschlingenden Löchern“ meines Zimmers verschwand.
Nach meinem Frankreichaufenthalt hatte sich mein Leben hier in Deutschland verändert. Die Erfahrungen die ich gemacht, all das was ich gelernt und besonders über MICH gelernt hatte, haben dafür gesorgt, dass in mir ein starkes Fernweh entstanden war. Ich war glücklich, mein Leben hat mir gefallen, aber irgendwas hat gefehlt. Anfang 2015, beim Entstauben und Aufräumen der unbekannten Ecken meines Zimmers, fiel mir der Zettel wieder in die Hand. Sofort unterbrach ich meine produktive Arbeit und ersetzte sie durch simples recherchieren. Ich arbeitete mich durch verschiedene Webseiten. Immer heftiger merkte ich wie sehr es mich doch ins Ausland, zu fremden Kulturen und Lebensweisen, zog. Als ich bei UWC ankam und im ersten Schritt die Infos überflog, war ich sofort fasziniert von dem Programm. Der Gedanke 2 Jahre von zu Hause weg zu sein, an einer Schule zu lernen, an der so viele Internationalitäten vertreten sind, und die versucht die Welt zu verbessern, hat genau das wiedergespiegelt, was ich wollte. Ich stand allerdings noch vor dem Problem, meiner Familie mitzuteilen, dass ich das alles gerne machen möchte. Ich habe, nachdem ich den Gedanken an UWC relativ lange mit mir rumgeschleppt hatte, mich für den direkten Weg entschieden und einfach geradeheraus gesagt: „Ich würde gerne zu UWC gehen „. Meine Eltern waren zum Glück sofort bereit mich zu unterstützen, auch nachdem sie erfahren haben, dass UWC nicht ganz der normale Schüleraustausch ist. Dann mussten wir nur noch warten, denn die Bewerbungsunterlagen für den Jahrgang 2016-2018 waren noch nicht online.
Anfang Juni war es dann aber soweit. Ich habe mich sofort in dem Onlineportal eingeschrieben, musste aber schnell feststellen, dass das Ganze doch nicht so einfach war, wie ich anfangs gedacht hatte. Ich musste u.a. zwei Gutachten organisieren, viele Dokumente einscannen und Aufsätze über mich selbst, Erlebnisse die ich hatte und aktuelle Themen, die ich mir aussuchen konnte, schreiben. Bis ich das Ganze fertig hatte war es Anfang September. Ich hatte allein dank der Bewerbung schon so vieles über mich selbst gelernt, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, was noch alles passieren sollte, sollte ich zu einem der Auswahlwochenenden eingeladen, wenn nicht sogar angenommen, werden.
Nach dem Abschicken der Bewerbung begann das große Warten. Über Whats App (tolle Erfindung, leider mit leichtem Suchtfaktor) bin ich mit anderen Bewerbern, zum Teil aus der ganzen Welt, in Kontakt getreten, die mich am Ende noch mal darin bestärkt haben, dass UWC das ist, was ich will.

Schreibe einen Kommentar