Die ersten 48 Stunden

Sonntag früh ging es los. Ich war die letzte die unser Haus verlassen hat und durfte es zum letzten Mal abschließen. Der Abschied ist schwer gefallen. Viele Tränen sind geflossen und obwohl ich noch gar nicht weg war, habe ich doch alle schon vermisst.

Die Reise war anstrengend, besonders der 10 Stunden Flug von Amsterdam nach Panama.  Ich habe am Fenster gesessen und hatte einen wunderschönen Blick auf den Ozean. Hätte ich nicht gewusst, dass unten unten ist und oben oben, hätten wir auch auf dem Kopf fliegen können und keinem wäre es aufgefallen. Wasser und Himmel sind miteinander verschmolzen und eins geworden, es gab keinen Horizont, nur grenzenloses blau.

 In Amsterdam habe ich durch Zufall meinen Buddy, Omar aus Oman, getroffen. Er wusste wie ich aussehe und hat mich dann angesprochen. Er ist sehr nett und so war ich den Rest der Reise nicht alleine. Als wir in Costa Rica gelandet sind gab es glücklicherweise keine Probleme mit der „Immigration“ oder meinem Gepäck.

Am Flughafen haben dann zwei Secondyears und ein Lehrer auf uns gewartet und uns sofort in den Arm genommen. Ich war super aufgeregt und unendlich froh endlich da zu sein. Ich wollte nur noch schlafen, was nach über 24 Stunden ohne Schlaf auch verständlich ist denke ich. Leider mussten wir dann aber noch zwei Stunden auf den Bus warten, der uns zum College bringen sollte. Er war schon ohne uns gefahren, weil wir Verspätung in unserem letzten Flug gehabt haben und dann andere schon vor uns gelandet sind und der Bus dann voll war. Irgendwann gegen 23 Uhr Ortszeit sind wir dann am College angekommen. Es war dunkel und wir konnten nicht viel davon sehen, aber überall waren Leute und haben uns begrüßt. Meine Seconyears, Nina und Ann-Katrin, haben mich dann auf mein Zimmer gebracht, wo ich nachdem ich meine Roomies begrüßt und schnell geduscht habe, sofort Tod ins Bett gefallen bin, nur um 3 Uhr morgens (11 Uhr morgens in Deutschland) wieder aufzuwachen. Zum Glück konnte ich aber wieder einschlafen und dann sogar so lange, dass ich das Frühstück verpasst habe.

Der Campus ist unglaublich schön, Er ist sehr lang und super grün. Es riecht ganz anders, als in Deutschland, nach Dschungel, was irgendwie geheimnisvoll und aufregend ist. Überall sind irgendwelche Geräusche, von Vögeln, Grille und was was ich alles, die ich noch nie vorher gehört habe. Überall gibt es irgendwelche Sitzgelegenheiten, wie Steinbänke und Tische, und Hängematten. Wir können immer, außer es regnet (was es bis jetzt noch nicht getan hat), draußen essen. Alle sind super nett und offen. Jede Stunde treffe ich neue Menschen und versuche mir, erfolglos, deren Namen zu merken.

Montag, war noch ein weiterer Ankunftstag, also hatten wir kein großes Programm, nur draußen ein paar spiele und einfach Zeit für uns zum  ankomme, auspacken und alles kennenlernen. Abends sind alle deutschen nach Santa Ana, in eine Pizzeria, gegangen und haben da Abendbrot gegessen. Es war sehr schön so unter sich zu sein, um einfach mal abzuschalten und zu erfahren was es zu beachten gibt, was für Tipps unsere Secondyears uns geben können und wie es für sie ist nun ein Secondyear zu sein.

Heute (Dienstag) ging es dann mit dem „Orientation Program“ los. Die verschiedenen Mitarbeiter (Tíos und Tías), die Schulleitung und UWC Costa Rica wurden uns vorgestellt, wir haben eine zweite E-Mail Adresse vom College bekommen und wurden am Ende in unsere „Tutor Groups“ eingeteilt, mit denen wir über das Jahr viel unternehmen werden und an die wir uns immer wenden können. Mein Tutor ist aus dem Kosovo und scheint sehr nett und lustig zu sein. Sie ist auch die Lehrerin für Wirtschaft. Später haben wir Hausweise noch ein Treffen um administratives zu klären, eventuell ein Konto zu eröffnen und um unsere Dokumente durchzugehen. Danach werde ich mit Omar einen Smoothie trinken gehen und er zeigt mir etwas Santa Ana.

Ich bin also sehr gut hier angekommen und komme gut zurecht. Es ist nicht einfach so weit weg von zu Hause zu sein, aber jeder hier ist bereit zu helfen und man ist nie allein. Ich bin gespannt was die nächsten Wochen so bringen werden und  hoffe ich komme weiterhin gut zurecht und werde die richtigen Entscheidungen (bezüglich Fächerwahl u.Ä.) treffen.

2 thoughts on “Die ersten 48 Stunden

  1. Björn Knecht

    Hi Tiana, wir freuen uns, dass Du gut in Costa Rica angekommen bist und Dich wohl fühlst und Dich gut eingelebt hast (was halt so in der Kürze der Zeit möglich ist). Alles Gute weiterhin für Dich und liebe Grüße von Joanna, Alyssa, Loreena, Heike und Björn

    1. tscrjwtms

      Vielen, vielen lieben Dank und liebe Grüße zurück :*
      Jeden Tag lebe ich mich etwas mehr ein und lerne die Menschen um mich rum besser kennen bzw. treffe neue Leute. Es gibt hier so viel zu entdecken, so viel Neues und Vielfältiges. Es ist echt überwältigend.

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