The Windmills – Freundschaft, Sonnenuntergang und Kuchen

Am Freitag den 2. Februar war der 18. Geburtstag meiner Roomate Aseeya (Guyana). Natürlich mussten wir diesen besonderen Tag irgendwie groß und möglichst außergewöhnlich feiern, denn wer lässt schon das übergehen ins Erwachsenenalter einfach so an sich vorbei ziehen?

Wir waren uns ziemlich schnell einig, dass unsere so ziemlich einzige Option der Sonnenuntergang anzugucken war. Leider befinden wir uns genau in der Mitte des Landes, am Strand Sonnenuntergang angucken viel damit also weg, aber da Costa Rica ja ein ach so raues Land ist, gibt es jeden Menge hoher Berge und genau so einer befindet sich zum Glück direkt vor unserer Nase; man muss nur geradeaus aus der Schule rauslaufen.

Zu fünft machten wir uns dann also auf den Weg. Der Berg ist zu hoch uns steil um da einfach so hochzulaufen, aber es gibt zum Glück eine Straße die die meisten Autos auch hochkommen. Nachdem wir zuerst noch einen kleinen Abstecher zu Pali gemacht hatten um einige Getränke und etwas zu naschen zu kaufen, sind wir dann mit Decken, Kuchen und vor Aufregung glitzernden Augen in ein Uber gestiegen.

Es ging immer weiter Bergauf und wir haben jedes mal aufgeatmet wenn wir ein besonders steiles Stück geschafft hatten, denn der Fahrer hatte uns schon zu Anfang gesagt, dass er nicht sicher ist ob er es bis ganz nach oben schafft mit dem Auto. Wir hatten aber Glück und wir schafften es innerhalb von 20 Minuten bis nach ganz oben, wo auch schon andere Menschen gespannt auf den Sonnenuntergang warteten.

Oben auf dem Bergkamm stehen Windräder und dies machte auch unglaublich viel Sinn, denn es pfiff ein eisiger Wind und wir waren alle unglaublich froh für unsere Schals, Decken und Pullover. Von einer Seite des Bergkamms konnte man Santa Ana und weiterhinten auch San Jose überblicken, während auf der anderen Seite man einen wunderschönen Blick auf Berghänge und ganz hinten sogar den Pazifik hatte. Es war wirklich atemberaubend.

Wir haben unglaublich viele Fotos gemacht und hatten suuuper viel Spaß dort oben. Als dann der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs da war, haben wir uns alle zusammengekuschelt, Kuchen gegessen und einfach nur noch gestaunt. Es war einer der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen habe und definitiv einer der besondersten Abenden hier in Costa Rica.  Ich werde ihn nie vergessen und hoffe, dass wir dies eines Tages mal wiederholen können. Die richtigen Leute, der richtige Ort und Kuchen… Das nenn’ ich LEBEN!!

UWC Costa Rica Sports & Cultural Festival 2018

Ich bin eine von vier Organisatorinnen des UWC Costa Rica Sport- und Kulturfestival 2018. Es ist keine einfache Aufgabe und definitiv eine Herausforderung und doch haben wir gemeinsam unglaublich viel Spaß daran dieses große Event zu planen und es nach und nach entstehen zu sehen. Dieses Festival ist dazu gedacht Menschen aus dem ganzen Land zusammen zu bringen, vor allem Schüler aus verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen. Es bietet einen Raum, wo jeder die UWC-Mission für einen Nachmittag erleben kann. Als UWC sind wir das Beispiel dafür, dass ein Zusammenleben in Toleranz, mit verschiedenen Nationen und Kulturen, für eine bessere Zukunft, möglich ist. Unser Ziel ist es, die mangelnde Interaktion zwischen Menschen mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen zu überwinden, mit denen Costa Rica täglich konfrontiert ist.

Was die Organisations des Festivals nun aber zur ultimativen Herausforderung macht ist unser leider sehr begrenztes Budget. Wir brauchen mindestens $ 2.000 mehr, um sicherzustellen, dass jeder Besucher das echte UWC-Erlebnis mit all seinen wundervollen, aufregenden und vielfältigen Seiten erleben kann. Wir werden unter anderem ein Fußballturnier, verschiedene Tanzaufführungen, eine kulturelle Modeschau und ein Holi haben. Die begrenzte Zeit und auch die Kuchenverkäufe reichen nicht aus, um unser Ziel zu erreichen. Keine andere Schule in Costa Rica kann all den verschiedenen Menschen hier einen Raum bieten, an dem man einfach zusammen zu sein und den Unterschied feiern kann.

Wir haben eine Spendenaktion gestartet und möchten all diejenigen erreichen, die an dasselbe glauben wie wir und bitten daher freundlich um eine kleine Spende. Wir wollen, dass der Funken des Bewusstseins, den wir in unserem täglichen Leben leben, sich ausbreiten und schließlich entzünden kann, denn nur dann werden wir wirklich etwas bewirken können. Das UWC Festival ist der Ort, an dem wir zusammen sein können, öffentliche und private Schulen, Schwarz und Weiß, Muslime und Christen, und schließlich unsere Unterschiede vergessen können, da wir stattdessen jedem Besucher zeigen, wie man diese feiert. Die UWC-Mission ist nicht nur eine Mission, sie ist eine Art zu leben, zu denken und zu glauben. UWC macht Menschen offen, tolerant, fürsorglich, nachdenklich und vor allem nach einer besseren Zukunft suchend. Wer auch immer, egal wie kurz, zum UWC Costa Rica Festival kommt, wird immer einen Teil davon mit sich tragen und verbreiten, bis wir alle glauben, dass Gleichheit, Wahrheit und Freiheit Dinge sind, für die es sich zu kämpfen lohnt…

Bitte helft uns unser Ziel zu erreichen und somit der Gleichheit in Costa Rica einen Schritt näher zu kommen. Teilt den link. Spendet, macht andere darauf aufmerksam und drückt uns Daumen!! ♥

Liebe geht halt doch durch den Magen….

♥ Blind Date ♥

Dieses Schuljahr etwas später als letztes, aber dafür dann noch schöner. Am Freitag den 26. Januar war es so weit und die alljährlichen Blind Dates, zwischen Secondyears und Firstyears, haben stattgefunden.

Es war eine ganz andere Erfahrung dies nun von der anderen Seite, als Secondyear, zu sehen und zu erleben. Anfang der Woche hatten wir unsere Firstyears zugeteilt bekommen, in meinem Fall Carolina aus Costa Rica und Hanyun aus China. Kein Firstyear wusste wer sein Date sein würde, stattdessen war es unsere Aufgabe unsere Dates mit kleinen Überraschungen, Geschenken, Liebesbriefen oder Ähnlichem zu überraschen und sie auf einen unvergesslichen Freitagabend vorzubereiten.

Ich habe mich mit Bea (Thailand) zusammengetan. Ihr Blind Date war Emma aus den USA/ Vereinigten Arabischen Emiraten und gemeinsam haben wir dann El Coco’s Wohnzimmer hergerichtet, einen Kuchen gebacken, Chips und Getränke gekauft und Kerzen angezündet. Einen Tag zuvor hatten wir unseren Dates schon bescheid gegeben wo sie wann auf uns warten sollten und was sie zu tragen hätten. Zu dem Zeitpunkt wusste noch keiner von ihnen wer wir waren und es war wirklich nicht einfach ruhig und unauffällig zu bleiben wenn man sich dann mal irgendwo zufällig getroffen hat.

Naja, auf jeden Fall, als dann am Abend alles hergerichtet war, die Kerzen an waren und wir ordentlich gekleidet, haben wir uns auf den Weg gemacht unsere Blind Dates abzuholen. Es war unglaublich ihre überraschten Gesichter zu sehen aber auch die Freude als sie erkannten das wir es waren und sie sicher sein konnten, dass der Abend nicht zu schlimm werden würde.

Gemeinsam sind wir dann zur Mensa gelaufen, wo es zur Feier des Tages Spaghetti mit verschiedenen Soßen, unterschiedliche Salate und Kräuterbaguette gab. Als jeder sein Essen hatte ging es dann auf zu El Coco wo unser schön gedeckter Tisch wartete. Wir haben lange zusammengesessen und über alles Mögliche geredet, wirklich, über Gott und die Welt, Trump und den Mathelehrer.

Irgendwann wurde der Kuchen angeschnitten und auch wenn wir alle schon satt waren, hat sich jeder noch ein Stück genommen. Der Abend war wirklich unglaublich und wir hatten viel Spaß zusammen. Es war vielleicht kein Standard-Date, dafür war es aber umso schöner, lustiger und einfach nur ausgelassen. Zu schnell war er dann leider wieder vorbei…

Pool Day mit der Residence

Am Sonntag den 21.01. hatten wir unser ertses Residence Outing des Jahres. Es war nichts Großes, nur eine kleine Auszeit von der Schule und ein Tag um einfach was zusammen zu unternehmen. Wir sind gemeinsam zu Mauricios (der Schulleiter) Eltern gefahren, diese haben ein riiiiiesen Haus, mit einem Pool, wo wir dann den Vormittag verbringen konnten. Dazu haben wir noch usneren Chefkoch aus der Küche entführt und bestochen damit er uns Crêpes macht und damit war der Tag dann wirklich komplett.

Leider war das Wetter nicht suuuuper gut und es war die meiste Zeit grau, aber es hat nicht geregnet und das war dann auch die Hauptsache. Insgesamt war es wirklich ein schöner Tag, trotz der Arbeit die ich mitnehmen musste und nicht einfach ignorieren konnte… Wir hatten viel Spaß zusammen und wunderbares essen XD. Es hat sich wirklich gelohnt dieses Outing zu machen und hat uns als Residence, Firstyears und Secondyears, noch enger zusammengebracht.

December Break – Meine Familie in Costa Rica

Erst vergeht sie wie im Flug, man sucht sie überall und kann sie doch nicht finden. Man verzweifelt, ist gestresst und überlegt was man nun machen soll. Und dann, auf einmal, wird sie gaaanz langsam, zähflüssig. Es ist, als wollte sie einen ärgern, Zeit, dieses Miststück.

Die letzte Schulwoche fühlte sich an wie 10. Der Zeiger hüpfte zwei vor und einen wieder zurück und kam dem Ende jeden Tages wirklich nur kriechend näher. Die ersten flogen schon Mittwoch Richtung Heimat. Koffer wurden gepackt, strahlende Gesichter verabschiedeten sich von weniger strahlenden Gesichtern und am Ende war keiner am Sonntag mehr da.

Meine Ferien fingen dunkel an und in dieser Dunkelheit habe ich es zu schätzen gelernt im 21. Jahrhundert zu leben, nicht in Armut und mit Technologie. Zwei ein halb tagelang bin ich mit dem Sonnenaufgang aufgestanden und mit dem Sonnenuntergang wieder ins Bett und auch wenn ich es nicht glauben wollte, auf einmal schien der Zeiger auf der Uhr nur noch auf der Stelle zu hüpfen. Der Stromausfall kam plötzlich genauso wie die starken, kalten Winde die ihn verursacht hatten. Es war eine neue Erfahrung, mit einer Kerze ins Bad zu gehen, auf einmal vor meiner eigenen Residence Angst zu haben und die Hand nicht mehr vor Augen sehen zu können, um so froher war ich als auf einmal das Licht, das WLAN und der Herd wieder gingen.

Schließlich waren es nur noch zwei Tage und die Aufregung wuchs immer weiter. Ich traf die letzten Vorbereitungen, arbeitete wie verrückt und wartete einfach nur. Dann, Freitag früh kam die Nachricht: Wir sind gelandet!! Schnell machte ich mich fertig, holte frühstuck und dann waren sie auch schon hier. Meine Familie war hier in Costa Rica, zwischen Karibik und Pazifik, in meiner Schule!! Mein Herz hat einen riesen Satz gemacht als ich sie endlich wieder gesehen habe. Zusammen haben wir dann gefrühstückt, meine Sachen zusammen gepackt, eine Schulführung gemacht und am Ende noch eine kleine Santa Ana Führung, bevor wir dann zusammen ins Hotel nach San José gefahren sind. Ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln, so glücklich war ich.

Wir sind 2 Nächte in San José geblieben, haben dort eine Stadttour am Samstag und natürlich den Fruchtmarkt am Sonntag gemacht, man kann ja nicht hier gewesen sein ohne den Fruchtmarkt gesehen und Guanábanasaft probiert zu haben. Unser nächstes Ziel war dann El Arenal. Ein großer Vulkan nördlich von San José, an einem großen See gelegen und von Dschungel umgeben. In den drei vollen Tagen die wir dort waren, haben wir einen Hängebrückenpark und ein kleines Reservat wo man gaaanz viele Tiere du besonders Vögel in freier Wildbahn sehen konnte (dort haben wir dann auch das erste Faultier gesehen) besucht. Es war wunderschön und auch wenn wir den Vulkan nie ganz sehen konnten, da immer einige Wolken an dessen Spitze hängen blieben, war er beeindruckend.

Unser nächster Stopp war San Miguel, nahe dem Vulkan Poas, den man nun aber leider nicht mehr besuchen konnte, da er in letzter Zeit öfters ausgebrochen ist und noch immer die Gefahr bestand, dass er dies wieder tun würde. Trotzdem hat uns dies nicht davon abgehalten die Gegend zu erkunden. Wir waren nur einen vollen Tag dort, so als Pause auf dem Weg nach Cahuita an der Karibik. Dieser Tag hat uns aber gereicht um die ‘Friedens Wasserfälle‘ zu besuchen, die zwar sehr touristisch aber wunderschön sind. Dort gab es auch ein Schmetterlingshaus, eine Abteilung mit geretteten Faultieren, Reptilien, Fröschen und Wildkatzen, wie Pumas, und ein Haus in dem das Leben der Costa Ricanischen Ureinwohner nachgestellt ist. Das war es auf jeden Fall wert zu sehen.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los in Richtung Cahuita, ein Nationalpark an der Karibik. Dort wartete unser längster Aufenthalt und natürlich Weihnachten auf uns. Leider war das Meer ziemlich aufgewühlt, was allerdings an der Jahreszeit lag, sodass es nicht so schön anzusehen war wie sonst. Soweit man allerdings ein Stück in den Park hineinlief wurde es ruhiger und man konnte das klare Wasser und die Natur bestaunen. Zum Schnorcheln hat es dann aber doch nicht gereicht.

An einem Tag sind wir nach Puerto Viejo gefahren, das Jamaika von Costa Rica. Der Ort ist super bunt, überall ertönt Musik und es war echt genauso wie ich mir Jamaika vorstelle. An userem letzten Abend sind wir dann dort essen gewesen und haben ein wunderschönes Restaurant, mit Live Musik direkt am Meer gefunden. Es war wirklich unglaublich.

Unser nächster Stopp war in Monteverde, im Nebelwald. Auch hier waren wir nur einen vollen Tag an dem wir dann aber einen Park besucht haben in dem wir etwas wandern waren. Es war ziemlich kühl und im wahrsten Sinne des Wortes ein Nebelwald, alles war feucht und voller Moos und etwas was wir so noch nicht gesehen hatten in Costa Rica.

Als letzter Aufenthalt, über Silvester, hatten wir uns für Montezuma entschieden, ein kleiner Ort am Pazifik. Unser Hotel lag direkt am Meer und wenn wir rausgegangen sind, standen wir praktisch aufm Strand. An einem Tag haben wir eine Tagestour zur ‘Isla Tortuga‘ gemacht. Die Boote fuhren direkt vor unserem Hotel ab und nach 45 Minuten fahrt waren wir auch schon da. Bevor wir allerdings zu der Hauptinsel gefahren sind, haben wir an einigen Felsen Halt gemacht wo wir für etwa ein ein halb Stunden schnorcheln konnten.  Wir haben viele verschiedene bunte Fische gesehen und sogar einen Kugelfisch. Es war wirklich unglaublich und ich war unendlich froh, dass wir doch noch schnorcheln konnten. Danach ging es dann zu Haupinsel wo unser Mittagessen und zwei Stunden Sonne, Strand und Meer schon auf uns warteten. Nachmittags um 4 Uhr waren wir dann erschöpft aber seeehr zufrieden wieder zurück in Montezuma.

Zu unserer Überraschung sollte unser Abenteuer an dem Tag aber noch nicht vorüber sein, denn um 5 Uhr sollten am Nachbarsstrand Babyschildkröten aus einer Rettungsstation freigelassen werden. Etwas was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Wir kamen genau zur rechten Zeit dort an, denn Die Schildkröten schlüpften gerade und wurden aus den Sandlöchern befreit. Nachdem sie gezählt und dokumentiert worden waren sind wir alle runter zum Wasser gelaufen und die Kleinen wurden freigelassen und machten sich auf den Weg in die weiten Tiefen des Ozeans. Es war wirklich ein wunderschöner Anblick und Abschluss des Tages.

Anden anderen Tagen in Montezuma sind wir etwas durch die Gegend gefahren, haben an unterschiedlichen Stellen Halt gemacht und haben dann am schönsten Strand den wir gefunden haben angehalten um ein bisschen baden zu gehen.

Am Mittwoch, den 3. Januar, sind wir dann wieder zurück gefahren. Es war unser letzter gemeinsamer Tag und entsprechend war die Stimmung etwas gedrückt. Wir haben die Fähre genommen um noch einmal etwas anderes vom Land zu sehen, waren dann aber doch relativ schnell wieder in San Jose… Nachdem wir alle Koffer bis auf meinen im Hotel abgeliefert hatten, sind wir zur Schule gefahren um auch meine Sachen abzuliefern. Zu schnell war es Abend und wir sind noch ein letztes Mal gemeinsam essen gegangen. Der Gedanke an den bevorstehenden Abschied hat all unsere Blicke getrübt. Es war unglaublich hart, diesmal nicht diejenige zu sein die geht, sondern die, die bleibt. Es war ein letztes ‘Tschüss, ich hab euch lieb‘, eine letzte Umarmung, ein letzter Blick und dann waren sie weg, in der Dunkelheit verschwunden.

Es war hart aber die Zeit die wir hier zusammen erlebt haben, hat alles in den Schatten gestellt und noch lange werden wir daran denken und davon erzählen. Weihnachten und Silvester sind an mir vorbeigerasucht ohne, dass ich es wirklich gemerkt habe, aber es war mir egal, denn ich war hier zusammen mit meiner Familie, und das ist es was zählt…

Ein paar Bilder aus meinem ansonsten normalen Leben

October Formal….im November

Ich kann mich noch so oft entschuldigen aber ich weiß, dass das nichts an meinem schlechten Gewissen ändern wird. Es ist mal wieder so richtig viel Zeit verstrichen bis ich endlich einen kleinen Moment finden konnte um über die Ereignisse der letzten zwei Monate zu schreiben. Ich habe irgendwie das Gefühl die Uhren laufen hier alle doppelt so schnell wie Zuhause in Deutschland und der Wächter der Zeit ist gerade absolut nicht gnädig wenn es darum geht mir etwas Freizeit einzuräumen. Ich glaube hinterrücks arbeitet er mit dem gemeinen IB-Kobold zusammen und zusammen versuchen sie die Herrschaft über die Freizeit an sich zu reißen.

Na ja auf jeden Fall habe ich es jetzt geschafft ihren Fängen für kurze Zeit zu entrinnen auch wenn ich sie schon wieder dicht an meinen Fersen spüre…

Ok, jetzt aber zum wesentlichen und zu dem worüber ich eigentlich berichten wollte. Am Samstag den 18. November, hatten wir unser alljährliches ‘October Formal‘. Jaja ich weiß, ‘October‘, aber aus logistischen Gründen mussten wir es in den November schieben. Das ist wie mit dem Oktoberfest im September.

Jedes Jahr sind zwei Leute damit beauftragt dieses Event zu planen und vorzubereiten. Es ist ähnlich wie eine Motto Party oder eine Motto Ball, nur weniger groß… Unsere diesjähriges Motto war ‘The Great Gatsby‘ nach dem gleichnamigen Buch und Film. Das bedeutete dann für uns alle, dass wir uns ein ordentliches Kostüm zu recht suchen mussten.

Als dann der Abend der Abende da war und wir alle hübsch, geschminkt und froh über diese Ablenkung in Richtung des Social Centers (ein großer leerer Raum) liefen, konnte man schon von weitem die Musik der 20er Jahre hören. Es gab Leute mit wundervollen passenden Kostümen und andere die nichts im 20er Jahre Stil hatten und dann eher zu etwas schicken, modernen gegriffen habe. Ich gehörte da zur letzteren Sorte… Aber das war egal.

Natürlich wurden viele Fotos in all möglichen Konstellationen und mit allen möglichen Leuten gemacht und insgesamt war es ein wundervoller Abend. Als es dann aber immer mehr zur offenen Tanzparty über ging, habe ich dann doch ganz schnell das Weite gesucht  XD

October Break!!

Jaaa, ich weiß…. Ich werde auch nicht wieder mit irgendeiner Entschuldigung ankommen.

Ich werde nun etwas weiter zurückgreifen, so etwa anderthalb Monate, da hatten wir dann nämlich unseren heiß ersehnten ‘October Break‘, also Herbstferien. Vom 9. Oktober bis 13. Oktober konnten wir mehr oder weniger machen was wir wollen und natürlich hatten wir alle irgendwelche Pläne. Leider gab es an dem Donnerstag und Freitag davor, also eigentlich schon die ganze Woche aber an den Tagen besonders, heftige Dauerregengüsse sodass wir erstmal zwei freie Schultage hatten, aber auch den Campus nicht verlassen durften… Das ganze Land war unter höchster Alarmstufe und viele Orte sind im Wahrsten Sinne des Wortes untergegangen. Natürlich hatte dies dann auch Auswirkungen auf die sorgfältig geplanten Urlaube. Untergegangene Zielorte, weggeschwemmte Brücken, Schlammlawinen und schlussendlich überbesorgte Eltern haben vielen hier auf dem Campus einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Glücklicherweise hatte ich von Anfang an vor auf dem Campus zu bleiben um meine Arbeitsliste etwas weiter abzuarbeiten und endlich alle meine Uni Dokumente zusammenzusuchen und auszufüllen. Ich habe auch tatsächlich einiges geschafft was es mir dann später wirklich leichter gemacht hat. Den ganzen Tag auf dem Campus hocken konnte ich dann allerdings auch nicht, ich wollte ja nicht, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. So kam es dann, dass ich mich einer kleinen Gruppe von Leuten angeschlossen habe (organisiert von Nat, meiner RC) mit der ich dann zusammen am Mittwochmorgen in einen nahegelegenen Nationalpark gefahren bin, den Parque Nacional Braulio Carrilo. Dort sind wir dann etwas wandern gewesen und haben zur Mittagszeit gepicknickt, nachmittags waren wir dann wieder zurück auf dem Campus. Es war ziemlich schön und wir hatten auch richtig glück mit dem Wetter. Es war mein erstes mal im puren Dschungel, also ohne Strand neben an. Ich habe sogar den unterschied in der Luft gemerkt!!

Am Freitag habe ich mich wieder der Gruppe angeschlossen, die dann aber aus etwas anderen Personen bestand und wir sind zusammen nach Cahuita an den Strand gefahren. Den National Park Cahuita kenne ich zwar schon aber es ist jedes mal schön wenn wieder dorthin zu fahren. Das Wasser ist mega blau und klar und super warm. Man kann Fische beobachten, Faultiere sehen und fühlt sich wie in der Karibik. Auch dieses mal hat es sich gelohnt, auch wenn wir nur einen Tag dort waren…

Mein October Break war also superschön, ruhig und wirklich zum Relaxen, zur selben Zeit aber auch effektiv und produktiv. Also genau das was ich brauchte!!