Semana Santa in La Fortuna

Ostern. Ich weiß, ist schon ne Weile her, aber die Zeit rennt pausenlos. Ostern war dieses Jahr relativ früh und hat damit uns noch einmal eine schöne Auszeit beschert bevor es wenige Wochen später dann in die Klausurenphase gehen sollte. Zusammen mit meinen besten Freunden haben wir ein Haus in La Fortuna, am Fuße des Vulkans El Arenal, gemietet. Wir alle wollten unbedingt noch einmal Seilbahn durch den Dschungel fahren bevor wir dieses wunderbare Land wieder verlassen müssen und welcher Ort ist da besser geeignet als der Park mit der längsten Seilbahn?

Am Samstag den, 24. März, ging es früh los für uns in Richtung Bushaltestelle. Leider wart es so extrem voll das obwohl wir schon viel zu früh da waren, wir keine Tickets mehr für den Bus bekommen haben den wir eigentlich nehmen wollten. Wir mussten dann also drei ein halb Stunden auf den nächsten warten und sind dann erst nach einer anstrengenden Reise am späten Nachmittag in La Fortuna angekommen. Unser Gastwirt hat uns sofort super lieb empfangen und zu unserem Haus gebracht, welches super gelegen und für unsere Zwecke wie gemacht war. An dem Abend hatten wir nicht mehr viel vor, wir waren alle kaputt und somit haben wir nur schnell unsere Einkäufe erledigt, den Kühlschrank gefüllt und dann gemeinsam Abendbrot gekocht.

Am selben Abend noch habe ich versucht Tickets für die Seilbahn zu reservieren, aber auch da hatten wir kein Glück und es waren nur noch Plätze frei an dem Morgen des Tages wo wir abreisen wollten. Da wir dies aber unbedingt machen wollten haben wir diese Tickets dann reserviert und sind dann alle erstmal müde in unsere Betten gefallen.

Am nächsten Morgen hatten wir nichts vor und sind darum den Ort etwas erkunden gegangen. Es war ziemlich bewölkt, da wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag nichts tun wollten entschlossen wir uns den Nachmittag an einem Fluss zu verbringen der von der Hitze des Vulkans gespeist ist und somit eine natürliche heiße Quelle darstellte. Es war ein sehr schöner und entspannter Nachmittag an denen nun wirklich das Urlaubsgefühl einstellte und der Stress der letzten Tage und Wochen abfiel.

Zufällig war unser Haus gegenüber einem Fahrradvermieter und weil wir neugierig waren fragten wir nach was sie für Touren anboten. So fanden wir heraus dass sie nicht nur Fahrradtouren anbieten sondern auch Reittouren. Da die anderen noch nie geritten sind und der Preis echt super war entschieden wir uns die Tour für den nächsten Tag zu buchen. Ich glaube ich habe wie ein Honigkuchenpferd den Rest des Tages gestrahlt XD

Besagter Tag startete ganz entspannt für uns, denn der Ausflug sollte erst am Nachmittag beginnen. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter den die Sonne kam raus und der Himmel erstrahlte Wolkenlos über uns. Zum ersten mal konnte ich den Vulkan in seiner ganzen Pracht sehen und alleine dadurch hatte sich für mich diese dritte Reise zu Arenal schon gelohnt gehabt.

Nach dem Mittagessen wurden wir bei dem Fahrradladen abgeholt und zum Reitstall gebracht wo schon 5 wunderschöne Pferde auf uns warteten. Unser Guide war super liebt und wir waren bei ihm in besten Händen. Es war sehr lustig für mich die zunächst ängstlichen Gesichter meiner Freunde zu beobachten aber mit der Zeit fühlten auch sie sich immer wohler und wirklich jeder hatte seinen Spaß. Zuerst ritten wir durch Felder und etwas durch den Dschungel. Immer wenn wir vor einer offenen Fläche standen durfte ich vorpreschen und meine Runden drehen während die anderen gemächlich aufholten. Es war wirklich unglaublich. Das letzte Stück mussten wir dann an der Straße entlang, aber wirklich nur kurz und dann waren wir schon an unserem Ziel. Ein großer Wasserfall inmitten des Dschungels am Fuße des Vulkans. Wir machten dort eine Stunde Pause und konnten runter zu dem Wasserfall laufen in dem man auch Baden konnte. Das Wasser war suuuuper kalt aber trotzdem eine willkommene Erfrischung, da waren uns dann auch die 800 Stufen zurück zu den Pferden egal.

Auf dem Rückweg ritten wir mit dem Sonnenuntergang im Rücken. Es hatte etwas abgekühlt und die Atmosphäre hatte irgendwie etwas Magisches an sich. In dem Moment war ich einfach nur glücklich…

Abends mussten wir dann alle unter Muskelkater leider schon wieder unsere Sachen zusammenpacken da der nächste Tag unser letzter Tag sein sollte und unser Bus schon mittags wieder fahren würde.

Der letzte Tag begann früh denn wir hatten noch unsere Seilbahntour vor uns, der eigentliche Grund weshalb wir gekommen waren. Mit dem Taxi fuhren wir um den Vulkan herum zu dem Park. Wir waren die erste Gruppe und hatten dadurch überhaupt keine Wartezeiten oder sonst etwas. Zuerst bekamen wir das Sicherheitsgeschirr umgeschnallt und dann ging es auch schon mit einer Tram hoch nach oben. Acht unterschiedlich lange Kabel warteten auf uns um uns wieder nach unten zur Station zu bringen. Für das erste Kabel brauchten wir alle etwas Überwindung, denn wenn man so am Abgrund steht und sieht wie weit entfernt die nächste Plattform und unter einem bloß der weite, unbekannte Urwald ist, schlägt das Herz schon mal etwas höher.

Dann, der erste Schritt und man fliegt nur noch so dahin. Dieses Gefühl ist wirklich unglaublich, man fühlt sich beinahe schwerelos und der Ausblick war einfach nur traumhaft. Kaum kam ich auf der nächsten Plattform an konnte ich es kaum noch erwarten mich an das nächste Seil zu hängen und wieder loszufliegen.

Nach einer Stunde war das Ganze dann aber leider auch schon wieder vorbei und wir mussten zurück zu unserem Haus, die letzten Sachen packen und uns auf den Weg zur Bushaltestelle machen… Unser Mini-Urlaub war echt wundervoll und ich habe jede einzelne Sekunde davon genossen. Es war ein wunderbarer Abschluss dieser intensiven, aufregenden und emotionalen zwei Jahre. Es hat mir gezeigt, dass diese zwei Jahre jede Träne und jedes Lachen wert waren und ich alle richtig gemacht habe aber auch, dass ich jetzt bereit bin weiterzugehen und den nächsten Schritt zu machen. Es liegt noch unglaublich viel vor mir und ich werde mit offenen Augen darauf zugehen, vorher muss ich allerdings noch durch den unangenehme Teil durch, die Abschlussprüfungen (welche auch der Grund sind, dass ich hier etwas hinterherhinke mit meinen Berichten). Trotzdem, selbst die Prüfungen werden mich nicht davon abhalten die letzten Tage hier zu genießen, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen und einfach nur Spaß zu haben.

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