Service Week ’17 – Horizontes

Vom 21.02 bis 24.02 war es endlich soweit, Service Week war da!! Ich bin mit einer Gruppe von insgesamt 16 Leuten (13 Schüler und 2 Lehrer+Thirdyear) nach Horizontes gefahren. Das ist eine kleine experimentelle Station im Trockenwald, ganz im Norden, am Pazifik, von Costa Rica.

Wir sind morgens um 5 Uhr mit dem Bus losgefahren und waren irgendwann gegen Mittag da. Die meisten von uns haben im Bus geschlafen und als wir dann aufgewacht sind, dachten wir im ersten Moment wirklich wir wären  nicht mehr in Costa Rica, sondern wären irgendwie durch Teleportation in Mexiko oder Texas gelandet. So sah das ganze draußen nämlich aus und nicht mehr so grün wie wir es gewohnt waren. Es war auch entsprechend heiß und im ersten Moment hat die Hitze uns erschlagen. An dem Nachmittag haben wir noch nicht groß etwas gemacht. Uns wurde eine kleine Rede gehalten über den Hintergrund  für die Station Horizontes, über weitere Reservate drumherum und über die Arbeit die wir in den nächsten 2 ½ Tagen leisten würden. Horizontes ist eine Aufforstungsstation, die versucht den Trockenwald wieder zu bewalden und auszubreiten, um auf diese Weise das Land dort zu kühlen und vielen Lebewesen wieder ein geschütztes Habitat zu geben.  Danach, vor dem Abendbrot, sind wir noch eine Runde wandern/spazieren gegangen. Eigentlich wurde uns gesagt der Weg wäre ein kleiner 3 Km langer Rundgang und es wäre unmöglich sich zu verlaufen, wenn man immer rechts geht. Nachdem wir dann aber schon 6 Km unterwegs waren haben wir angefangen an dieser Aussage zu zweifeln. Wir waren irgendwo mitten im Wald und es wurde im Dunkler, als wir an eine Abzweigung kamen die nur nach rechts oder links ging, oder halt zurück. Auf gut Glück (nach altmodischer Art, gucken wo die Sonne ist) haben wir uns dann entschieden nach rechts zu gehen und dann nach 2-3 weiteren Km sind wir doch tatsächlich zurückgekommen. Es war echt abenteuerlustig und was haben wir daraus gelernt: Hör niemals auf deine Lehrer! Denn wie wir am nächsten Tag erfahren haben, sind wir den Weg von hinten angefangen und hätten deswegen um den kleinen Rundgang zu machen immer links laufen müssen…

Abends sind wir dann alle Todmüde in die Betten gefallen, leider war aber um 6 Uhr dann auch schon wieder Frühstück, sodass die Nacht relativ kurz war. Um 7 Uhr haben wir angefangen zu arbeiten. Als erstes im Greenhouse, wo all die kleinen Sprösslinge wachsen um später dann irgendwo eingepflanzt zu werden. Es war eine sehr angenehme Arbeit, noch nicht sehr körperlich anstrengend, durch die noch nicht vorhandene Hitze gut machbar und das Beste sie verlangte absolut kein Nachdenken und Überlegen. Wir haben hunderte von Säckchen, wo normalerweise die Bäumchen drin wachsen ausgeleert, weil sie mega morsch waren, andere umsortiert und dann über 500 neue Säckchen einzeln und von Hand mit Erde gefüllt. Der Fantasie sei hier freien Lauf gelassen, wenn es darum geht sich vorzustellen wie wir hinterher aussahen. Um 12 Uhr gab es Mittagessen und dann eine kleine Pause, bis wir dann um 13:30  Uhr wieder angefangen haben zu arbeiten. Dieses mal aber wesentlich härter und in der prallen, heißen Sonne. Wir haben Blätter gekercht und Blätter gekercht und ehhhhm… Blätter gekercht bis um 4 Uhr. Und das waren viiiiiiieeele Blätter. Kein Wunder also, dass wir Abends kaum noch stehen und die Augen offen halten konnten.

Der nächste Morgen fing wieder genauso früh an wie der vorherige, anstatt aber wieder im Greenhouse zu arbeiten haben wir… Blätter gekercht. Dieses mal aber woanders wo noch viiiiielmehr Blätter lagen und wir mit 16 Mann 5 Stunden gebraucht haben um die alle aufzukerchen. Es war unglaublich anstrengende Arbeit besonders umso mehr es gegen Mittag ging wo die Sonne dann hoch am Himmel stand. Was uns das Ganze aber erleichtert hat war zu wissen, dass wir den Nachmittag über frei haben und am Strand verbringen würden!! Nachdem das erst auf der Kippe gestanden hatte, weil wir keinen Transport dorthin hatten war die Vorfreude unglaublich groß. Und es hat sich gelohnt. Der Strand, am Pazifik, war unglaublich schön, das Wasser super warm und es gab richtig große Wellen, die zwar bei Unachtsamkeit auch einen mal etwas durchs Wasser schleudern und purzeln lassen, das Ganze aber unglaublich lustig und spaßig gemacht haben. Es war ein wunderschöner Tag und wir sind als Gruppe auch echt zusammengewachsen und haben uns noch besser kennengelernt, in der kurzen Zeit.

Der nächste Tag war schon Freitag und damit unser letzter Tag. Morgens von 7 bis 11 Uhr haben wir gearbeitet. Dieses mal wieder im Greenhouse. Säckchen füllen, Erdhaufen entfernen, Bäumchen gießen und schlussendlich unser eigenes Bäumchen pflanzen, waren unsere Aufgaben. Es war noch einmal anstrengend, aber umso stolzer waren wir am Ende, als es geschafft war und wir tatsächlich sehen konnten, dass wir etwas erreicht hatten.

Nach dem Mittagessen sind wir dann unsere Reise zurück zum Campus angetreten um dann so gegen 21:30 dort anzukommen. Meine Service Week war richtig schön und ich kann sagen, dass ich stolz bin auf das was wir als Gruppe geleistet haben. Nichts bringt Menschen mehr zusammen als gemeinsame Arbeit  für ein gemeinsames Ziel, besonders wenn es dann noch zum anderer Wohl ist…

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