Tolle Leute und eine unvergessliche Erfahrung – Das Aww in Kassel

Am Donnerstag, den 26. November 2015, kam die erste alles entscheidende E-Mail. Ich war noch in der Schule und wartete darauf, dass die letzten beiden Stunden begannen, als ich eine Nachricht bekam: „Die Einladungen zu den Aww’s sind raus!!“. Sofort habe ich meine Mails gecheckt und tatsächlich, da war sie. Mein Herz hat einen Satz gemacht als ich im Betreff schon lesen konnte „UWC – Einladung zum Auswahlwochenende 2 in Kassel“. Vor lauter Freude konnte ich mich danach nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren, aber in dem Moment war mir das egal.
Sofort haben sich Whats-App Gruppen zu den jeweiligen Aww’s gebildet, in denen wir alle super gespannt dem Wochenende entgegen gefiebert und natürlich auch zu spekulieren angefangen haben. Schon früh haben wir angefangen zu überlegen wer mit wem nach Kassel fahren könnte und nach Zugverbindungen zu schauen. Umso näher das Aww kam, umso aufgeregter wurden wir.
Was genau auf dem Wochenende passieren sollte, wussten wir nicht. Von ehemaligen und derzeitigen Schülern wurde uns nur der Rat mitgegeben: „Sei du selbst“, was zumindest mich nicht allzu sehr beruhigt hat.
Nachdem wir alle unsere Bahnverbindungen rausgesucht, uns in den Zügen und an den Bahnhöfen verabredet und abgemacht hatten wo wir uns mit wem treffen, um zusammen zur Jugendherberge zu gehen, machten wir uns alle am Freitag, den 22. Januar, auf den Weg. Ich habe mich mit einem Mädchen in meinem letzten Zug getroffen. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir in Kassel-Wilhelmshöhe an und warteten noch auf ein paar andere. Es war sehr lustig, weil wir uns nicht kannten und jeder Jugendliche der am Bahnhof rumlief ein potentieller UWC-Bewerber sein konnte. Irgendwie haben wir uns aber doch gefunden und als wir dann auf der Suche nach der richtigen S-Bahn waren rief uns auf einmal ein Mädchen, quer über den Bahnhof zu: „UWC?!?!“ und wir, im ersten Moment ganz baff: „Jaaa, UWC!!“ Das war mein allererster richtiger UWC-Moment, der mich noch einmal darin Bestätigt hat, dass ich dort richtig bin.
Das ganze Wochenende, bis Sonntag den 24. Januar, war unglaublich. Ich habe so viele tolle Leute kennengelernt, es gab sooo viele Namen und beim Abschied habe ich immer wieder Jugendliche gesehen, bei denen ich dachte „Die siehst du zum ersten Mal…“. Ich habe unvergessliche Erfahrungen gemacht und viel über mich gelernt, selbst wenn es nur 3 Tage waren. Der auf dem Aww immer präsente UWC-Spirit, ist wirklich etwas Besonderes und nirgendwo sonst zu finden. Ich kann ihn nicht beschreiben, man muss ihn einfach erleben. Wir Bewerber sind sehr schnell wie zu einer Familie geworden und schon Freitagabend kam es mir so vor als würde ich alle schon total lange kennen. Wir waren alle unterschiedlich, hatten die verschiedensten Interessen und waren doch alle gleich. Unsere gemeinsamen Ziele, zu UWC zu gehören und die Welt verändern und verbessern zu wollen, haben mich denken lassen, ja, wie als wenn wir alle auf einer Wellenlänge gewesen sind. Ich kann es nicht richtig beschreiben. Wir haben viel und über alles Mögliche geredet. Egal ob man sich mit dem Thema auskannte oder nicht, eine eigene Meinung hatte man immer.
Auf das Auswahlwochenende kann man sich nicht vorbereiten. Ich werde nicht verraten was wir alles machen mussten. Ich kann nur sagen seid ihr selbst, verstellt euch nicht, ihr könnt euch wirklich nicht vorbereiten. Die Auswähler wollen EUCH kennenlernen und das geht nicht wenn ihr etwas auswendig gelernt habt.
Ich war etwas traurig als das Aww zu Ende war. Wir wollen uns aber alle irgendwann mal wieder treffen und ich hoffe, dass wir das schaffen. Ich bin etwas deprimiert nach Hause gekommen, denn ich habe mir keine Hoffnungen auf einen Platz an einem der Colleges gemacht. Verglichen mit den unglaublichen Menschen die ich kennengelernt hatte, kam ich mir ziemlich klein und unscheinbar vor, außerdem waren wir ja nur die Hälfte der Bewerber, die anderen waren eine Woche vorher auf dem Aww in Bad Homburg gewesen. Ich hatte kein gutes Gefühl, dachte ich hätte alles falsch gemacht und war enttäuscht von mir selbst. Ich wollte unbedingt auf eines der UWC-Colleges.
Die Ergebnisse sollten voraussichtlich am Donnerstag nach unserem Wochenende bekannt gegeben werden. Ich konnte die Zeit zum Glück relativ ruhig verbringen, da ich sowieso mit einer Absage gerechnet hatte. Wir haben viel über Whats-App geschrieben. Alle waren aufgeregt, konnten aber überhaupt nicht einschätzen wer eine Zu- und wer eine Absage bekommen würde. Die 4 Tage die ich warten musste waren am Ende doch Schlimm, selbst wenn man mit einer Absage rechnet. Die Bad Homburger mussten sogar 1,5 Wochen warten, von daher war ich froh auf dem 2. Wochenende gewesen zu sein.
Im Laufe der Woche habe ich meine Mails immer und immer wieder gecheckt und jedes Mal einen Schock bekommen, wenn eine Neue drin war. Die Tage bis zur endgültigen Entscheidung waren sehr aufregend. Etwa 50 von allen Bewerbern würden einen Platz an einem von 15 UWC-Colleges angeboten bekommen. Ihr Leben würde sich grundlegend, aber auf eine wundervolle Weise verändern, da ist es verständlich, dass die Zeit bis dahin zu einer spannenden Zitterpartie wurde.

Aww in Kassel !!!

P.S.: Bei Fragen könnt ihr euch gerne über Kommentare an mich wenden und ich werde versuchen sie so schnell wie möglich zu beantworten 🙂

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