Wanderung zu einem natürlichen Pool

Am Samstagmorgen, den 27.08, haben wir uns um 7:30 Uhr vor dem Tor der Schule getroffen. Eine Gruppe aus etwa insgesamt 25 Second- und Firstyears, in voller Montur, dick mit Sonnencreme beschmiert und mega energiegeladen, waren bereit den, von allen als super harten Aufstieg abgeschriebenen, Weg hoch auf einen Berg, mit Stopp an einem natürlichen Pool, zu wagen.

Wir hatten super schönes Wetter, es war zwar sehr warm, aber umso höher wir kamen, desto angenehmer wurde es.

Am Anfang war der Weg noch nicht ganz so steil und geteert. Wir haben viel und mit den unterschiedlichsten Leuten geredet und uns auf diese Weise noch besser kennengelernt. Die Wanderung wurde von einigen unserer Secondyears geleitet, darunter auch von meiner Secondyear Nina <3

Alle haben uns vor der Wanderung gewarnt, dass sie mega anstrengend sei, viele schon umgedreht sind und sie nicht geschafft haben, andere wiederum sich gar nicht erst getraut haben sie auszuprobieren. Das erste was wir gesagt bekommen haben war, es sei keine Schande wenn wir nicht mehr könnten und umdrehen wollten. Es seien genug Leute dabei, die uns dann zurückbegleiten würden. Natürlich hat uns das allen etwas Angst gemacht, aber wir haben es trotzdem gemacht.

Nach der Hälfte, als wir schon gut 1 ½ Stunden unterwegs waren, haben wir dann auch gemerkt was mit „es ist mega steil und anstrengend“ gemeint war. Der Wanderweg ist in eine Mischung aus Geröll- und Sandweg übergegangen und war tatsächlich unglaublich steil. Wir mussten nach jedem kleinerem Abschnitt eine Pause machen, weil sonst keiner von uns oben angekommen wäre. An diesem Punkt der Wanderung sind dann auch die ersten umgedreht und wieder bergab gewandert.

Ich habe mich tapfer weitergekämpft. Der Gedanke an die Aussicht und den Pool der uns erwartete hat mich vorangetrieben und mich mit Energie versorgt. Jedes mal, wenn ich einen Blick auf das Tal, indem Santa Ana und weiterhinten auch San José liegen, werfen konnte, war ich überwältigt von dem Anblick. Innerhalb kürzester Zeit haben wir extrem viele Höhenmeter zurückgelegt und das haben meine Beine auch schnell zu spüren bekommen. Wir haben allerdings alle zusammen gelitten.

Irgendwann, nach 3 Stunden, war dann der lang ersehnte Moment gekommen, an dem es hieß „der Pool ist um die nächste Kurve!!“. Wir hatten die Wahl, entweder noch eine Stunde weiter steil Bergauf zu laufen um zum Bergkamm zu kommen oder hier abbiegen und zum Pool gehen. Ich habe mich für den Pool entschieden und es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können.

Wir waren nur eine Gruppe von knapp 10 Leuten, die völlig fertig noch die letzten 400m zu Pool zurückgelegt haben. Das Wasser war Eiskalt, so wurde es ja auch von einer natürlichen Quelle hoch im Berg gespeist, aber es tat unglaublich gut. Wir haben gepicknickt und uns einfach gesonnt und unterhalten. Nach 1 ½ Stunden sind dann auch die anderen vom Bergkamm zu uns gestoßen und nachdem sie erzählt haben, dass sie dort oben nichts sehen konnten, weil da nur Wolken waren, war ich umso froher nicht mit nach oben gewandert zu sein.

Irgendwann haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht und auch wenn es wesentlich schneller ging und wir uns dabei in kleinere Gruppen aufgeteilt haben, war es nicht weniger anstrengend. Es war nicht einfach den steilen Weg, auf oftmals losem Geröll, einigermaßen sicher zu bewältigen. Oft genug sind wir ausgerutscht und stehen bleiben ging nicht, weil sonst wäre man vornüber gekippt. Ich habe mich echt gefragt, wie um Himmels willen ich es fertig gebracht habe, diesen Weg hinauf zu laufen… Meine Füße, Knie und Beine habe ich schon nach 15 Minuten nicht mehr gespürt. Umso froher war ich, als ich irgendwann wieder verhältnismäßig ebenen Boden unter den Füßen hatte.

Es klingt zwar komisch, wenn ich sage ich bin stolz auf mich, aber das bin ich. Ich bin stolz darauf, dass ich nicht aufgegeben habe und versucht habe an meine Grenze zu gehen. Ich bin stolz darauf, dass ich auf das gehört habe was mein Körper mir gesagt hat und ich beim Pool geblieben bin und ich bin stolz darauf, dass ich mich nicht von dem Gerede anderer habe beeinflussen lassen und meine eigenen Entscheidungen und Erfahrungen, bezüglich der Wanderung, getroffen und gemacht habe.

Es war ein wunderschöner, unvergesslicher Ausflug und er hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Ich habe neue Leute kennengelernt. Ich bin braun geworden (XD). Ich habe etwas von Costa Rica gesehen. Ich habe die „Bubbel“, die der Campus für uns Schüler darstellt, verlassen und, am wichtigsten, ich habe Spaß gehabt und einfach mal abschalten können.

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