Whale-Watching in Uvita

Meine erste Übernachtung außerhalb des Campus . Überraschend, spontan, überwältigend.  In was kann man 75€ besser investieren, als in eine Sache die man, wenn man Glück hat, einmal im Leben erleben kann? Wie soll man sich so eine Chance entgehen lassen können, ohne es nicht wenigstens etwas zu bereuen? Ich kann es nicht und habe deswegen gleich meiner Secondyear Nina zugesagt, als sie mir angeboten hat ihren Platz bei einem Ausflug zum Wahle watching, in Uvita, einzunehmen, weil sie einfach keine Zeit hatte.

Der Ausflug ist von einigen Schülern geplant worden. Leider hab ich erst am Mittwoch dank Nina davon erfahren und hatte dann etwas Stress bis Donnerstagabend die „Overnight-Permission“ von meinen Eltern zu bekommen (dank Zeitverschiebung). Aber alles hat geklappt und so konnten wir, eine Gruppe von insgesamt 16 First- und Secondyears, Freitag gleich nach der Schule (und ich meine wirklich GLEICH, so gleich, dass wir mit Gepäck in unseren letzten Unterricht gegangen sind und kein Mittag mehr gegessen haben) los. Wir sind mit einem Taxi, das voll nach Ticozeit (also 20 Min nach vereinbarter Zeit) gefahren ist, nach San José gebracht worden und haben dann voller Angst am Ticketschalter gewartet bis die Entwarnung kam, dass noch genug Plätze für alle frei waren.

Die 5 ½ stündige Busfahrt nach Uvita, am Pacific, im Süden von Costa Rica, war relativ unspektakulär. Sie war zwar wesentlich länger als erwartet, aber wir sind heil abends um 9Uhr im Hostel angekommen, wo man uns voller Sorge, aber super lieb, in Empfang genommen hat. Nach einer kleinen Stärkung und Pause, sind wir dann um 23:30 dann noch zum Strand aufgebrochen. Es war super warm und auch nachts ist es kaum abgekühlt, sodass wir einfach in unseren Badesachen losmarschiert sind Es ist unglaublich wie schnell das Klima wechselt, wenn man nur etwas weiter südlich im Land ist. Wir haben uns in der Dunkelheit hoffnungslos verlaufen und haben dann an Häusern, in denen noch Licht brannte nach dem Weg gefragt. Irgendwie, haben die uns aber immer weiter in die Pampa geschickt, bis wir irgendwann umdrehen mussten, weil wir Angst hatten unsere Flipflops im Morast zu verlieren und von irgendwelchen ungebetenen Tieren Besuch zu bekommen. Der letzte Mann den wir, auf dem Rückweg, dann gefragt haben konnte uns dann letztendlich doch den richtigen Weg zum Strand zeigen (welcher nur 200m weiter die Straße raufgewesen wäre, von der wir vorher abgebogen waren…), allerdings nicht ohne uns noch ganz viel Angst vor den Krokodilen und Skorpionen einzujagen.

Am Strand angekommen, war es wunderschön. Also, naja, wir haben nicht viel gesehen, weil alles dunkel war, aber wir konnten das Meer und die Wellen rauschen hören, das warme Wasser und den nassen Sand unter unseren Füßen spüren und über uns den weiten Himmel bestaunen. Das war das erste mal, dass ich den Sternenhimmel, hier in Cosa Rica, gesehen habe. Während einige schwimmen waren, habe ich am Strand gelegen und mir bei jeder vorbeifliegenden Sternenschnuppe etwas gewünscht. Spät, nachts, sind wir dann wieder zurück zum Hostel gelaufen und  glücklich, aber wie die Toten, in unsere Betten gefallen.

Der nächste Tag ging früh los. Eigentlich wollten wir noch vor dem Frühstück zu einem nahe gelegenem Wasserfall laufen, aber es hat mega gegossen und gewittert, dass wir ohne länger drüber nachzudenken weiter geschlafen haben (bis um 7…..). Dann gab es Frühstück, was uns die Hostelbesitzer umsonst gegeben haben und um noch einen drauf zu setzten haben sie uns dann sogar privat zum Strand gefahren und das dreimal, weil wir nicht alle ins Auto gepasst haben.

Ich war in der ersten Gruppe, die am Strand angekommen ist. Das war auch der Moment, wo die Sonne rausgekommen ist und es wunderschön wurde, auch wenn es später wieder zugezogen ist. Als alle da waren haben wir Tickets gekauft für die Bootstour und nach einer kurzen Einführung ist es auch gleich losgegangen.

Wir hatten ein Boot ganz für uns allein. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, super schnell über die Wellen und die Brandung hinweg zu sausen. Das erste was wir dann gesehen haben, als wir etwas langsamer wurden, waren Delfine. Sie sind immer wieder aus dem Wasser gesprungen und sogar sehr nah ans Boot rangekommen. Leider hatten wir nicht ganz soooo viel Glück mit den Walen. Wir waren lange auf der Suche und da leider sehr viele Boote unterwegs waren hat das natürlich abgeschreckt. Während wir von dem einen Ende der Bucht zum anderen gefahren sind haben wir einen ganzen Schwarm Pelikane gesehen (diese großen Vögel, die das Wasser so aufnehmen können, als wenn sie einen Beutel im Schnabel hätten). Zum Glück hatten wir einen super netten Kapitän, der auch nachdem unsere 2 Stunden abgelaufen waren, nicht mit uns umgedreht und zum Strand gefahren ist, weil wir nämlich noch immer keine Wale gesehen haben. Und das Warten hat sich gelohnt. Am Ende, hinter einer kleinen Insel Versteckt, haben wir sie gefunden. Eine Wal-Mama und ihr Junges. Von weitem konnten wir sie aus dem Wasserspringen sehen und wie sie die Luft in einem großen, kräftigen Strahl, an der Wasseroberfläche, abgegeben haben. Es war unglaublich diese riesen Tiere in zu ersten mal und in wild zu sehen.

Als wir zurück am Strand waren sind wir noch etwas im Pacific baden gewesen, dessen Wasser suuuuper warm war. Das eine Ende der Bucht in Uvita endet ironischerweise in der Form einer Walflosse und bei Ebbe kann man bis zu ihrem Ende laufen, was wir dann auch getan haben, weil zu Glück gerade die richtige Tidezeit war.

Mittags so gegen 13:30 mussten wir dann wieder zurück, da unser Bus um 15 Uhr fuhr. Weil wir aber noch nichts gegessen hatten, haben wir bei einem kleinen Restaurant Halt gemacht und noch was bestellt, was wir am Ende allerdings, aus Zeitmangel, mitnehmen mussten. Es wurde noch richtig stressig, weil einige von uns (ich eingeschlossen) noch duschen wollten, um wenigstens das Salz und den Sand abzukriegen. Also beschlossen wir ein Taxi zu rufen um wesentlich schneller zu sein und so noch alles zu kriegen. Leider hat das Ganze aber auch 30 Minuten gedauert, weil das Taxi der Meinung uns noch ein bisschen warten zu lassen.  Auf diese Weise habe ich dann allerdings noch zwei wilde Aras (also diese großen, super bunten Papageien) zu sehen bekommen, sie waren wunderschön.

Am Ende hatten wir dann nur etwa 25 Minuten um zu duschen, uns frische Sachen anzuziehen, das Gepäck von allen mitzunehmen und zur Bushaltestelle (etwa 5 min. vom Hostel) zu laufen, um um punkt 15 Uhr dort anzukommen. Wir haben also zu viert auf einmal geduscht, uns nicht abgetrocknet und einfach frische Sachen angezogen und sind dann im strömenden Regen losgelaufen. Wir haben es tatsächlich geschafft eine Minute vor  15 Uhr da zu sein, nur um dann 45 Minuten triefend auf den Bus zu warten…

Wir super waren froh als der Bus dann kam und mit uns losgefahren ist. Wir waren alle mega erschöpft aber unglaublich froh diesen Ausflug mitgemacht zu haben. Es war wirklich etwas Einmaliges die Natur und deren Bewohner auf diese Weise so nah zu kommen.

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